St. Laurentius

Die Kirche findet bereits 1278 erste urkundliche Erwähnung. In Teilen erhielten sich mittelalterliche Mauerreste. Es wird vermutet, dass der Glockenturm oberhalb der Kirche einst Wehranlage und gottesdienstlich genutzter Raum war. Im 17. Jahrhundert erfolgte eine umfassende Sanierung. Aus jener Zeit stammen die Emporen, die Herrschaftsloge und die Kanzel, die man im 19. Jahrhundert über den Altar setzte. Ein Bildnis des 17. Jahrhunderts zeigt Pfarrer Mathias Conrad.



Adressdaten


  • 99848 Wutha-Farnroda
    Kirchplatz 1

Beschreibung


Die Kirche besitzt zwei spätgotische Schnitzaltäre. Der Mittelschrein des Kleineren bewahrt eine trauernde Maria, daneben die Heilige Anna selbdritt und Jacobus der Ältere. über der Kanzel erhielten sich die Heiligen Barbara und Wolfgang.

Den Altar schmückt ein Retabel von 1504 aus der Hand des Meckfelder Meisters, mit Maria im Zentrum umgeben von den Heiligen Laurentius und Martin zur Linken sowie den Heiligen Johannes und Thomas zur Rechten. Die Heiligen Katharina, Bonifatius, Cyriakus und Margarete befinden sich in den Altarflügeln.

Maria erscheint hier als Madonna auf der Mondsichel. Hinter ihr leuchten Sonnenstrahlen und Sterne. Sie trägt eine Krone und hält auf dem Arm das Jesuskind, das mit der goldenen Kugel, Symbol für den Kosmos, spielt. Diese Darstellung der Gottesmutter bezieht sich auf die Offenbarung des Johannes (Offb. 12, 1). „Und es erschien ein großes Zeichen im Himmel: eine Frau mit der Sonne bekleidet, und der Mond unter ihren Füßen und auf ihrem Haupt eine Krone von zwölf Sternen.“

Der Altar aus vorreformatorischer Zeit führt uns zurück zu einer Frömmigkeit, in der Maria eine wesentliche Rolle als Vermittlerin zu Jesus Christus und Gott einnahm. Ihre Macht symbolisieren die Himmelskörper, die ihr dienen. Die Deutung des Kosmos suchte Bezüge zur christlichen Botschaft. So bildeten Natur und Religion ein untrennbares Ganzes.