Heiligengeistkirche

Eine Inschrift bezeugt den Bau des Langhauses im Jahr 1698. Der Chor hat sich von einer Vorgängerkirche erhalten. Das Maßwerk des Ostfensters und eine Sakramentsnische sind vorreformatorisch und stammen aus dem 14. Jahrhundert. Die barocke Kanzel ist ein Werk des späten 17. Jahrhunderts.



Adressdaten


  • 99837 Kratzeroda
    Brückenstraße

Beschreibung


Mittelalterliche Fresken legte die letzte Sanierung im Chor frei. Die Gemeinde ließ die alten Kunstwerke restaurieren. Das Gewölbe zeigt Sterne, Flammen, Blüten und nur noch zum Teil erkennbar die Symbole der Evangelisten. An den Wänden erhielten sich Darstellungen von Heiligen, bei denen es sich um die vierzehn Nothelfer handeln könnte. Dargestellt sind ferner ein Schiff und eine Stadt. In den Fenstergewänden sind vier Figuren zu erkennen: die Heiligen Bonifatius, Sebastian, Leonhard und Antonius. Die Bestimmung von zwei weiteren Heiligen ist schwierig.

Die Fresken erinnern an vorreformatorische Glaubenspraxen, in denen der Kult um die Heiligen große Bedeutung hatte. Heilige erlebten die Auferstehung direkt nach dem Tod. Durch ihr Martyrium und ein besonders gottgefälliges Leben waren sie Jesus Christus gefolgt und standen ihm nahe. Daher galten sie als Fürsprecher der Menschen im Himmel. Für unterschiedlichste Lebenssituationen gab es Heilige. Orte, Kirchen und Gemeinschaften standen unter ihrem Schutz.

Von der Heiligenverehrung blieb im evangelischen Bekenntnis die Anerkennung ihrer Vorbildwirkung für die Gläubigen. Untersagt war es, sie um Fürbitte vor Gott anzurufen.

Mit der Freilegungen der Fresken erweist sich das Kirchgebäude auch als ein kulturhistorisch wertvoller Erinnerungsort an die Gläubigen vergangener Zeiten und ihren Kunstsinn.

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