Evangelische Dorfkirche St. Anna und St. Katharina

Die evangelische Dorfkirche St. Anna und St. Katharina in Gütz (auch Kulturkirche genannt) soll im letzten Viertel des 12. Jahrhunderts erbaut worden sein. Geweiht wurde sie der Hl. Anna und Katharina.



Adressdaten


Daten & Fakten


  • Baujahr: ca. 1170
  • Baustile: ursprünglich romanische, gotisch ergänzte und barock ausgestaltete Kirche
  • Besonderheiten: Sehenswürdigkeiten und Angebote

    gründerzeitlich ausgemalte Tonnendecke, Restaurierung 2013

    Gützer Fenster von Markus Lüpertz

    Kirchgarten mit Ruhezone

    Pilgerservice

    geschultes Aufsichtspersonal

    Führungen für größere Gruppen nach Vereinbarung

    ständiger Buchbasar( Entgegennahme von Buchspenden und Abgabe von Büchern)
  • Öffnungszeiten Sommer: Di 09-12 Uhr 13-18 Uhr
    Do 13-18 Uhr
    Fr 13-18 Uhr
    Sa 13-18 Uhr
    Sonn-u. Feiertage
    09-12 Uhr 13-18 Uhr
  • Öffnungszeiten Winter: Nov. - April
    Di 09-12 Uhr,
    vor Veranstaltungen und nach Vereinbarung

Profil


Pilgerweg - Wir sind eine Station auf einem Pilgerweg. Rad- oder Wanderweg - Wir liegen an einem Rad-/wanderweg. Café - Wir führen ein Kirchen-Café. Veranstaltungen - Wir führen besondere Veranstaltungen durch (z.B. Konzerte oder Ausstellungen). Angebote für Kinder - Bei uns gibt es Angebote für Kinder: z.B. Malecke, Kinderspielplatz, Kirchenpädagogik. Toilette - Im Umkreis von 100m finden Sie eine öffentliche Toilette. Straße der Romanik - Wir gehören zur "Straße der Romanik". Bibel zur Lektüre - Bei uns liegt eine Bibel zur Lektüre aus. Trinkwasser - Bei uns gibt es Trinkwasser in der Nähe. Führungen - Wir bieten auf Nachfrage Führungen an. Kirchenführer - Wir bieten einen gedruckten Kirchenführer.

Beschreibung


Zerfallserscheinungen der Wöllser Kapelle, wohl auch Sicherheitsfragen, machten ein neues Gotteshaus notwendig. So wählte man den günstigeren Standort im ebenfalls sorbischen Chutitz (Gütz), inmitten einer von Sorben erbauten Wasserburg im Sumpfgebiet des Strengbaches mit ihren Befestigungen aus Erdwällen und Baumstämmen. Die letzten Reste wurden erst 1886 auf dem Friedhof beseitigt. Als Baumaterial für die Kirche verwendete man Porphyrsteine, ein Ergussgestein der Umgebung.

Die Einführung der Reformation erfolgte um 1540 – Herzog Heinrich von Sachsen (gest. 1541), ein Anhänger Luthers, ordnete 1539 Kirchenvisitationen nach chursächsischem Vorbild an. Ein Jahr später wurden in Gütz die ersten Pfarrmatrikel angelegt. Jacobus Rudel wird zu dieser Zeit als letzter katholischer und erster Pfarrer evangelischen Bekenntnisses genannt. Es ist anzunehmen, dass er den Glaubenswechsel vollzog und die Reformation eingeführt wurde.

Die Kirchengemeinden Gütz und Landsberg werden 1954 vereint. Gottesdienste, Hochzeiten und Taufen erfolgen danach in Gütz immer seltener, die letzte Konfirmation ist am 13. Mai 1956.

1972 richtet ein Sturm am Dach erhebliche Schäden an. Das ist offenbar ein Signal für Einbrecher und Vandalen, sie rauben und zerstören die Inneneinrichtung und beschädigen die Fenster. Da Mittel zur Werterhaltung nicht in ausreichendem Maße vorhanden sind, zerfällt die Kirche zunehmend. Darauf gibt die Kirchenbehörde das Bauwerk 1976 auf, verkauft das Pfarrhaus und untersagt Bestattungen auf dem Friedhof, der nachfolgend verwildert. Lt. Schreiben des Instituts f. Denkmalpflege vom 6. Mai 1980 ist der Zustand der Kirche katastrophal. Überall sind Spuren des gewaltsamen Eindringens festzustellen. Von der Orgel sind sämtliche Zinnpfeifen und ein Teil der Holzpfeifen gestohlen, der Spieltisch gewaltsam zerschlagen. Eine Rekonstruktion ist nicht mehr möglich.

Nach Aufgabe der Kirche werden u.a. auch die Buntglasfenster beschädigt, später auf Initiative von H.-W. Borgass ausgebaut und im Museum eingelagert.

Ein Neubeginn nach der Wende: Mit Mitteln des Bundes im Rahmen des Modellstadtvorhabens „Landsberg/Saalkreis“ kann der Turm außen saniert werden.

1992 beginnen auf Initiative von F. Engleitner und E. Meister, unter Mitwirkung vieler Einwohner, Aufräumarbeiten auf dem Friedhof. Alte Grabstellen werden erneuert bzw. beseitigt, neue Eingangstüren eingebaut und ein neuer Brunnen gebohrt. Auch die Feierhalle erfährt eine grundhafte Sanierung, dafür fertigt A. Engleitner zwei kleine Bleiglasfenster an. Als Symbol des Anfangs gilt eine kleine, wild gewachsene Eiche in der Nähe der Feierhalle. Jetzt erteilt das Konsistorium Magdeburg die Erlaubnis, wieder Bestattungen vorzunehmen.

Nach Jahren der Arbeit befindet sich die Anlage nun in einem sehenswerten, würdevollen Zustand. Zu notwendigen Pflegearbeiten werden in jedem Frühjahr Helfer aufgerufen. Ab Juni 2003 sind anonyme Bestattungen an separater Stelle möglich.

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