Dorfkirche

Adressdaten


  • 07926 Künsdorf
    Künsdorf

Beschreibung


Nach einem Brand im Jahre 1718 wurde die Kirche 1719 — 20 umfassend erneuert. Aber das Mauerwerk verrät ihren Ursprung in spätromanischer Zeit, in der ja die meisten alten Kirchen unserer Region gegründet wurden. Eine wuchtige Konche mit einem kleinen Ostfenster, über der die Ostwand hoch aufsteigt, prägt den Raumeindruck, nachdem der einst vorhandene Kanzelaltar in den 50-er Jahren entfernt wurde und sie nicht mehr verdeckt. Der Gesamteindruck des Raumes ist sehr lebendig. An der Empore erzählen insgesamt 23 Bilder die biblische Geschichte. Bei einer früheren Renovierung wurden offenbar die um die Bilder gemalten Ornamente und/oder Ranken überstrichen, wodurch der Gesamteindruck sehr leidet. Den Raum umspannen zwei Emporen. An der Nordseite sind Bilder des Alten Testaments, an der Südseite solche des Neuen Testaments dargestellt, auf der oberen Westempore sind noch zwei Bilder wenigstens teilweise erkennbar, das dritte, mittlere wird durch die Orgel völlig verdeckt. Darunter werden links zwei Bilder des Neuen und rechts eines des Alten Testaments gegeben. Vom Altar her gesehen sind auf der oberen Empore im Norden vier Bilder gegeben: Mose am brennenden Dornbusch, Bileam (nicht leicht zu deuten, vielleicht seine Entscheidung, nicht zu verfluchen, wie der König will, sondern zu segnen), Bileams Eselin scheut vor dem Engel, Simson kämpft mit dem Löwen, Elia wird am Bach Krith von Raben gespeist. An der unteren Nordempore sind der Besuch der drei Männer im Hain Mamre, Lots Flucht aus Sodom, der Engel hindert die Opferung Isaacs, Elieser begegnet der Rebekka am Brunnen dargestellt. Die obere Westempore zeigt Elia auf der Flucht vor Isebel in der Wüste, und die Himmelfahrt des Elia, (das mittlere ist wie oben beschrieben verdeckt), die untere Empore in einem alttestamentlichen Bild Jakobs Kampf mit dem Engel. An der Südseite sehen wir eine geschlossene Reihe neutestamentlicher Darstellungen, unten: die Geburt des Herrn mit der Anbetung der hl. drei Könige, die Flucht nach Ägypten, die Taufe im Jordan und die Versuchungen des Herrn in der Wüste; und schließlich an der oberen Empore die Berufung des Simon Petrus und des Andreas durch Jesus, die Heilung des Kranken am Teich Bethesda, das Gleichnis vom verdorrten Feigenbaum, der verlorene Sohn (beim Schweinehüten und bei der Erkenntnis: Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen), Jesus und die Samariterin am Brunnen, daran anschließend an der unteren Westempore die Berufung des Zöllners Levi/Matthäus und schließlich das Himmlische Jerusalem. Über dem Ganzen steht der "Kirchenhimmel", der in seiner prächtigen Gestaltung ahnen lässt, wie die Emporenmalereien einst strahlten. Sieben Engel in unterschiedlich gefärbten Tüchern umgeben eine strahlende Sonne, in der man noch die Reste des einst vorhandenen Tetragramms erkennen kann. Die Kanzel, die heute an der Seite steht, zeigt Christus und die vier Evangelisten. An der Ostwand über der Altarnische hat der russische Restaurator Eugen Pandelow ein Bild gemalt, das zwei Engel zeigt, die einen Blütenkranz mit der Inschrift „Sei getreu bis in den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben“ halten.
Eine Kartusche über dem Westeingang der Kirche nennt das Jahr 1960 als Zeit des Abschlusses der letzten Erneuerung. Doch 1964 beschädigte ein Blitzschlag den Turm. Darauf folgten im Lauf der Jahre viele Arbeiten am Gebäude. Unter anderem wurde unter der Orgelempore ein kleiner Raum geschaffen, der für Gemeindeveranstaltungen, besonders für Wintergottesdienste genutzt wird. 1996 konnte die Gemeinde dann die Wiederingebrauchnahme der Kirche feiern.
Die heutige Orgel wurde 1898 von Orgelbauer Müller in Werdau (an Stelle eines sehr viel kleineren Instrumentes?) erbaut und erfuhr 2006 eine gründliche Überholung.