Glasbläserkirche Lauscha

Die Lauschaer Glasbläserkirche weist Formen des Jugendstils auf und wurde als Saalkirche mit einem rechteckigen Grundriss entworfen. Sie verfügt über eine Portal unter dem Kirchturm, welches für Ausstellungen genutzt wird sowie einer Taufkapelle und einer Sakristei hinter dem Altar und der Kanzel. Das Kirschenschiff steht auf einem Sockelgeschoss, in dem sich die Winterkirche (ursprünglich Konfirmandensaal mit derzeit 60 Plätzen) sowie eineToilettenanlage befindet. Die Fassade des Gotteshauses besteht aus bossiertem Natursteinquader (Grauwackegestein und Sandstein), wobei die Gebäudekanten, Fenster und Türen durch helle Werksteineinfassungen betont werden. Der 38 m hohe Kirchtum mit dem Haupteingang ist nach Westen ausgerichtet und trägt eine beschieferte welsche Haube mit einer Laterne und Wetterfahne in Gestalt des Posaunenengels.
Er wird beidseitig von Treppentürmen flankiert. Das imposante Gotteshaus erhebt sich majestätisch an einem Südhang direkt über dem historischen Glasbläserzentrum der Stadt Lauscha und erinnert uns an das alte Kirchenlied
" Ein feste Burg ist unser Gott",
welches Martin Luther 1529 schrieb.



Adressdaten


Daten & Fakten


  • Baujahr: 1910-1911
  • Baustile: Jugendstil mit Anhängen an das Bauhaus Architekt Baurat Ernst Julius Zeißíg aus Leipzig (*29.04.1855 - +18.03.1930)
  • Besonderheiten: Farbglasfensterkonzept von 1910 mit Szenen aus dem Neuen Testament und Persönlichkeiten aus der evangelischen Kirchengeschichte (Restaurierungsaufkommen 72.000 €) sowie Details aus die Jugendstilausmalung von 1910 werden restauriert (42.000 €), Glasgestaltung am Altar erfolgte durch die Glaskünstlerin Susanne Precht.
    Orgel erbaut von Johann Strebel Nürnberg mit pneumatischer Ton- und Registertraktion sowie 28 klingenden Registern und 15 Nebenzügen. 1938 wurde sie umdisponiert. 2001 erfolget eine umfassende Restaurierung durch Rösel & Hercher.
    2016 Schimmelbefall, dringende Restaurierung notwendig( 20.000 €).
  • Öffnungszeiten Sommer: 1. Mai bis 31. Oktober
    10-18.00 Uhr
  • Öffnungszeiten Winter: zum Lauschaer Kugelmarkt (1.u.2. Advent) 10-17.00 Uhr, in den Winterferien 10-16.00 Uhr, sonst nach Vereinbarung mit Kirchenführung

Profil


verlässlich geöffnet - Wir führen das Signet "Verlässlich geöffnete Kirche". Gottesdienst - Bei uns findet regelmäßig Gottesdienst statt. Bibel zur Lektüre - Bei uns liegt eine Bibel zur Lektüre aus. Gebetsort - Wir haben einen besonderen Gebetsort (z.B. Lichterbaum, Kapelle, Kreuzgang o.Ä.). Führungen - Wir bieten auf Nachfrage Führungen an. Veranstaltungen - Wir führen besondere Veranstaltungen durch (z.B. Konzerte oder Ausstellungen). behindertengerecht - Wir sind auf behinderte Menschen eingestellt. Rad- oder Wanderweg - Wir liegen an einem Rad-/wanderweg. Trinkwasser - Bei uns gibt es Trinkwasser in der Nähe.

Beschreibung


Das 17 m lange, 12 m hohe und 12 m breite Kirchenschiff hat eine Kassettendecke aus Stahlbeton und eine umlaufende Empore mit Orgel auf der Ostseite. 430 Sitzplätze sind vorhanden. In Anlehnung an das Wiesbadener Programm wurde der leicht vorgesetzte Altar, die Kanzel und die Orgel übereinander in der Mittelachse des Innenraumes angeordnet. Im Kirchenschiff sind 19 verbleite Farbglasfenster zu sehen, auf denen auch die Namen der Stifter zu lesen sind. Die Glasmalereien entwarf der Kunstmaler Karl Schulz aus Dresden nach Vorgaben der Sponsoren, der Kirchenältesten und des Architekten Julius Zeißig aus Leipzig (*29. April 1855 - +18. März 1930). Die Kunstglasfirma Urban mit Sitz in Dresden fertigte die Fenster an und baute diese nach nur 8 Monaten Arbeitszeit ins Gebäude ein. Auf den 8 Medaillonfenstern unter den Emporen (Gaden) sind Personen aus der evangelischen Kirchengeschichte mit Porträt und Namen abgebildet. Das Farbfensterbildkonzept über den Emporen auf der Nordseite zeigt dem Betrachter Szenen aus dem Neuen Testament mit dem Inhalt: " Was Gott für uns tat" und auf der Südseite:" Was wir für Gott tun sollen". Unter den Bildern stehen biblische Sprüche, welche von den Pfarrern und den Kirchenältesten 1910 ausgesucht wurden. Das große Fensterbild der Westempore zeigt die Auferstehung Jesus Christus. Die zwei Fensterbilder in der Taufkapelle zeigen die Taufe Jesus durch Johannes den Täufer und " Lasst die Kinder zu mir kommen". In der Sakristei befindet sich das besondere Glasfenster "Jesus am Ölberg" und wurde vom Fotografen Elias Hirsch aus Lauscha gefertigt und gestiftet. Die drei Farbglasfenster im Portalaufgang stammen aus der Werkstatt von Knoch & Lysek aus Coburg.