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Israelsonntag als Tag des jüdisch-christlichen Dialogs

Gottesdienste, Tanz, Wanderung und Israelische Speisen

Rückfragen

Susanne Sobko, 0162-2048755, oder Friedemann Kahl, 0151-59128575

Gottesdienste zum „Israelsonntag“ werden am kommenden Sonntag (9. August) in Kirchengemeinden der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) gefeiert. Ursprünglich ein jüdischer Gedenktag, wurde seit dem 16. Jahrhundert Im August in den lutherischen Kirchen der Zerstörung Jerusalems durch die Römer gedacht. Heute wird der Israel­sonntag als Tag des jüdisch-christlichen Dialogs und der Auseinandersetzung mit den jüdischen Wurzeln des Christentums begangen. Erinnert wird dabei auch an das Leid, das Christen den Juden durch die Jahrhunderte zugefügt haben. Der Israelsonntag steht in diesem Jahr unter dem Motto „Gottes Treue zum Volk Israel und zu den Völkern der Welt“ (Römer 11,25–32).

In Sonneberg im Gemeindezentrum „Wolke 14“ wird das ganze Wochenende dem Thema gewidmet. Los geht es am Samstag (8. August) um 10 Uhr mit einem Gottesdienst zum Thema „Was glaubte Jesus?“. Nach einem „Mitbring-Büffet“ gibt es 14 bis 16 Uhr Israelische Tänze zum Mitmachen, 14 bis 16 Uhr eine Gebetswanderung durch Sonneberg, 17 Uhr Lobpreis und einen Vortrag mit Stephan Lehnert und abschließend ein Abendessen mit Israelischen Speisen. Ein Zentralgottesdienst zum Israelsonntag mit Kindergottesdienst findet am Sonntag um 10 Uhr statt.

In Lutherstadt Wittenberg gibt es einen gemeinsamen Gottesdienst der Schloss- und Stadtkirchengemeinde in der Stadtkirche (9. August, 11 Uhr). Der Gottesdienst zum Israelsonntag beginnt an der Stätte der Mahnung vor der Schlosskirche. Die Predigt hält Alexander Deeg, Lehrstuhlinhaber für Praktische Theologie an der Universität Leipzig und Experte für den christlich-jüdischen Dialog.

Zum Israelsonntag wird in Eisenach zu Gottesdiensten um 10 Uhr in der Georgenkirche und um 10.30 Uhr in der Annenkirche eingeladen. Angekündigt sind „interessante, aufrüttelnde Texte, spannende Worte und hoffentlich viel Gespräch im Anschluss“.

Einen besonderen Gottesdienst zum Israelsonntag gibt es am 9. August um 17 Uhr in der Kirche Gera-Dorna, umrahmt von Akkordeon-Musik. „Der Israelsonntag ist eine Gelegenheit, sich mit den jüdischen Wurzeln des Christentums auseinanderzusetzen. Je mehr man über diese Religion weiß, desto mehr kann man Vorurteilen und Antisemitismus begegnen. Gehen Sie auf Spurensuche nach unseren Wurzeln, nach Schwestern und Brüdern“, so die Ankündigung.

Unter dem Titel „So viel geht kaputt – aber Gott bleibt treu!“ feiert am kommenden Sonntag (9. August, 10 Uhr) die Gemeinde der St.-Nikolai-Kirche in Bad Liebenwerda einen Gottesdienst zum Israelsonntag. Die Kollekte ist für den christlich-jüdischen Dialog der EKM bestimmt. 

Hintergrund:
Juden in aller Welt gedenken am „Tischa beaw“ (nach jüdischem Kalender der 9. des Monats „aw“) der Zerstörung Jerusalems durch die Römer im Jahr 70 nach Christi Geburt. Diese Erinnerung ist vom kirchlichen Kalen­der aufgenommen wurden: Der zehnte Sonntag nach Trinitatis ist der Israelsonntag. Früher auch „Judensonntag“ genannt, war der Gedenktag antisemitisch belastet. Oft wurden in Gottes­diensten die Juden für die Zerstörung Jerusalems verantwortlich gemacht, denn viele Pfarrer legten dieses geschichtliche Ereignis als Strafe für die Kreuzigung Jesu aus. Nach dem Zweiten Weltkrieg änderte sich der Blickwinkel. In den Gottesdiensten zum Israelsonntag wurde nun auch an die Mitschuld der Christen am Massenmord an den europäischen Juden im Dritten Reich erinnert. Heute besinnen sich Christen zum Israelsonntag auf die jüdischen Wurzeln ihres Glaubens. 

Rückfragen

Susanne Sobko, 0162-2048755, oder Friedemann Kahl, 0151-59128575

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