Passions- und Fastenzeit beginnt am Aschermittwoch
„Mit Gefühl! – Sieben Wochen ohne Härte“
Susanne Sobko, 0162-2048755, oder Friedemann Kahl, 0151-59128575
Die Fasten- und Passionszeit vom Aschermittwoch (18. Februar) bis Karsamstag (4. April) wird von vielen Christinnen und Christen der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) bewusst begangen. Kirchengemeinden und Einrichtungen bieten dazu Gottesdienste und Andachten, Gesprächskreise, Kreuz- und Pilgerwege sowie Aktionen an. Außerdem werden kirchenmusikalische Werke aufgeführt wie Passions-Oratorien.
„Mit Gefühl! Sieben Wochen ohne Härte“ lautet das Motto der bundesweiten evangelischen Fastenaktion. Die Eröffnung kann im ZDF-Fernsehgottesdienst (22. Februar, 9 Uhr) live aus der St.-Albani-Kirche in Göttingen miterlebt werden. In den Fastenwochen zwischen Aschermittwoch und Ostern lädt „7 Wochen Ohne“ seit 1983 Menschen aller Altersgruppen ein, innezuhalten und den Blick auf den Alltag zu verändern.
„Weit draußen im Weltall soll es einen Planeten geben, der zu einem Drittel aus Diamant besteht. Eine Welt aus dem härtesten Stoff, den wir kennen. Eine faszinierende Vorstellung. Bei uns auf der Erde ist Härte auf andere Weise allgegenwärtig. Sie zeigt sich etwa in Unbarmherzigkeit und Gewalt. Zahllose Menschen erleben sie an Leib und Seele. Wir selbst legen oft eiserne Panzer an, um uns zu schützen. Und verletzen uns damit umso mehr. Wie anders tritt Gott unserer Welt gegenüber. Ungeschützt, mitfühlend. Für die diesjährige Fastenaktion treten wir bewusst aus der Praxis und den Bildern der Härte heraus. Wir fühlen uns ein in den Blick Gottes auf unsere Welt. Wir üben uns in einem mitfühlenden Umgang miteinander. Kein Stoff, und sei er hart wie Diamant, schützt vor den Verletzungen des Lebens. Doch Anteilnahme, ein mitfühlender Blick, ein erlösendes Wort können befreiend sein“, wird das diesjährige Motto kommentiert.
Mehr Infos unter: www.7wochenohne.de
Veranstaltungen zur Passions- und Fastenzeit in Sachsen-Anhalt/Sachsen/Brandenburg (Auswahl)
Am Aschermittwoch (18. Februar) gibt es zum Beginn der Passionszeit eine ökumenische Andacht in der St.-Konrad-Kirche (14 Uhr) in Aken, eine Passionsandacht (18 Uhr) im Dom in Magdeburg, eine Aschermittwochsandacht (18 Uhr) in der Stadtkirche St. Maximi in Merseburg, einen ökumenischen Gottesdienst in der Dreifaltigkeitskirche (19 Uhr) in Halle oder einen Gottesdienst mit Aschekreuz (18 Uhr) im Katharinensaal in Lutherstadt Wittenberg.
Die Communität im Kloster Petersberg lädt am Aschermittwoch zu einem Abendgebet (18 Uhr) mit Musik, Impuls und Stille ein.
Im Dom in Halberstadt werden unter dem Motto „Dem Blick entzogen – geschlossene Altäre in der Fastenzeit“ die Flügelaltäre von Aschermittwoch bis Gründonnerstag geschlossen und geben den Blick frei auf die ebenfalls kunstvoll gestalteten Alltagsseiten.
Unter dem Titel „Die kleinen Propheten“ veranstaltet die Kirchengemeinde in Aschersleben einen Aktionstag (7. März, 9.30 Uhr) für alle Kinder von der der 1. bis zur 6. Klasse. Gemeinsam wird bei Spiel, Gesang und einem Mittagessen herausgefunden, was die Passionszeit ist.
Werke von Bach, Mendelssohn, Franck und Reger spielt Ulrich Hirtzbruch im Orgelkonzert zur Passion in der Schlosskirche (8. März, 17 Uhr) in Lutherstadt Wittenberg.
In der Pauluskirche (17. März, 19 Uhr) in Magdeburg wird die „Johannespassion“ von Georg Philipp Telemann aufgeführt - eine halbe Stunde vor Beginn gibt es für Interessierte eine Konzerteinführung. Es musizieren der Kammerchor der Biederitzer Kantorei, Märkisch Barock sowie Solisten unter Leitung von Michael Scholl.
Der Kantatenzyklus „Membra Jesu nostri“ von Buxtehude erklingt zu einem Passionskonzert in der Schlosskirche (22. März, 17 Uhr) in Torgau. Für die Passionszeit des Jahres 1680 komponierte Dieterich Buxtehude sein größtes oratorisches Werk. In den sieben kurzen Einzelkantaten werden - nach einem Text des mittelalterlichen Dichters und Mönchs Arnulf von Löwen – die Füße, Knie, Hände, Seite, Brust, Herz und Gesicht des gekreuzigten Christus allegorisch gedeutet. Nicht nur wegen des Textes, sondern vor auch wegen der zu Herzen gehenden Musik des dänisch-deutschen Komponisten ist diese Musik zur Passionszeit so beliebt in ihrem tröstlichen Klang. Unter Leitung von Christiane Bräutigam musizieren ein Solistenensemble mit Martina und Jonathan Müller-Saretz, Cornelia Gebauer und Moritz Schmidt, die Johann-Walter-Kantorei sowie das Johann-Walter- Ensemble.
Die Markuspassion von Bach kommt in der Stadtkirche St. Maximi in Merseburg zur Aufführung (28. März, 17.30 Uhr). Neben Solisten musizieren die Domkantorei Merseburg und das Kammerorchester Halle unter Leitung von Stefan Mücksch. Zwischen den Musikstücken wird der Evangelientext von dem prominenten Schauspieler und Musiker Thomas Rühmann gelesen.
Im Remter im Dom zu Magdeburg wird es vier Passionskonzerte geben: Eröffnet wird die Reihe mit Marktkirchenorganistin Anne Scholl aus Halle mit Werken von Vincent Lübeck, Dieterich Buxtehude und Johann Sebastian Bach (22. Februar, 16 Uhr).
Werke von Tomaso Vitali, Johann Sebastian Bach und Joseph Gabriel Rheinberger bringen Yoichi Yamashita, 1. Konzertmeister der Magdeburgischen Philharmonie und Domorganist Christian Otto zum Klingen (1. März, 16 Uhr).
Unter dem Titel „Wir sehen jetzt durch einen Spiegel - Bariton trifft Orgel“ musizieren Stefan Adam (Hannover) und Dieterich Modersohn (Jena) Werke von Brahms, Dvorak und Liszt (8. März, 16 Uhr).
Der Magdeburger Domchor, Märkisch Barock und Solisten unter Leitung von Christian Otto führen am Palmsonntag (29. März, 18 Uhr) die Johannespassion von Bach auf.
Veranstaltungen zur Passions- und Fastenzeit in Thüringen (Auswahl):
Mit der Psalmenpassion des preisgekrönten Salzburger Komponisten Jakob Gruchmann (*1991) erklingt am 20. Februar (19 Uhr) in der St. Marien-Kirche Breitungen ein eindrucksvolles zeitgenössisches Passionswerk. Der Komponist gestaltet die Aufführungen musikalisch mit. Weitere Aufführende sind ein Projektchor als Kooperation des Kirchenchors Steinbach-Meimers mit Sängerinnen und Sängern aus dem Kirchenkreis Bad Salzungen-Dermbach sowie ein Seminar-Chor von Schloss Craheim, ein erstklassiges Streichquintett und die Sopransolistin Johanna von Bibra (www.johanna-von-bibra.de) unter Leitung von Klaudia und Damian Poloczek.
Der Kirchenkreis Erfurt lädt zur Kunstaktion „Kalymma - verborgen und enthüllt“ ein (Kalymma - altgr. Hülle). Hintergrund ist die Tradition des „Hungertuches“: Einst war der Altar in der Passionszeit vor der Gemeinde zum „Seh-Fasten“ verborgen. Die Vernissage ist am 21. Februar um 16 Uhr in der Michaeliskirche mit dem Weimarer Grafiker und Bildhauer Walter Sachs. Eine Andacht zum Aschermittwoch mit Sündenbekenntnis und Aschekreuz ist 18 Uhr in der Augustinerkirche Erfurt geplant.
Ein Ökumenischer Stadtkreuzweg zum Thema „Hinterm Horizont gehts weiter …“ findet am 22. März statt. Treffpunkt ist 10 Uhr in der Thomaskirche, weiter geht es zu Crucis-Kirche und der Kirche St. Wigbert. Die Band der Thomaskirche gestaltet musikalisch.
Im Rahmen der Nacht der Hausmusik der Thüringer Bachwochen wird am 27. März um 21 Uhr im Augustinerkloster zum Mitsingen und Mitmusizieren mit LKMD Ingrid Kasper eingeladen. Im Mittelpunkt stehen Choräle aus der Matthäuspassion von Johann Sebastian Bach.
Pfarrer Stefan Kunze, der auch als Büttenredner auftritt, lädt in Wasungen am Aschermittwoch zum Gottesdienst mit Aschekreuz und Fastenmitgabe ein (17 Uhr, Stadtkirche).
Im Augustinerkloster Gotha wird der Altar am Aschermittwoch (18. Februar) um 18 Uhr durch ein von der Künstlerin Bettina Schünemann gestaltetes Fastentuch verhüllt. Dazu erklingen Werke von Wolfgang Carl Briegel, der von 1651 bis 1671 das Musikleben auf Schloss Friedenstein geprägt hatte. Es musizieren Elisabeth Mücksch (Sopran), Alexej Barchevitch & Diana Harutyunyan (Violine), Michael Hochreither (Violoncello) und Jens Goldhardt an der Orgel.
In der Kultur- & Bildungswerkstatt Nöbdenitz gibt es wieder die traditionellen Fastengespräche. Start ist am 18. Februar (Aschermittwoch) um 19 Uhr mit der Eröffnung der Ausstellung Jugendkreuzweg „dahinter. Tiefer sehen, weiter gehen“. Am 24. Februar liest Dr. Karsten Krampitz aus seinem Roman „Gesellschaft mit beschränkter Hoffnung“, in dem er eine autonome Wohngruppe von Aussteigern und schwerstbehinderten Menschen in Hartroda bei Schmölln porträtiert. Am 3. März erzählt Christian Kurzke, Nahostbeauftragter der EKM, über die aktuelle Lage in Syrien; am 10. März berichtet Bischöfin i.R. Ilse Junkermann von ihrer Forschungsarbeit an der Universität Leipzig zur kirchlichen Praxis in der DDR; am 17. März spricht Ministerpräsident Mario Voigt über das Thema „Was trägt unsere Gesellschaft?“ und am 24. März gibt die Kunstgeschichtlerin Eva-Maria von Mariassy Einblicke in den Zisterzienserorden. Am 15. März ist ab 11 Uhr eine Ostereiausstellung und Orchideenschau zu sehen.
Eine Taizé-Andacht zum Aschermittwoch findet in der stimmungsvoll beleuchteten Kirche St. Petri in Wandersleben um 19.30 Uhr statt.
In Eisenach beginnt am 22. Februar um 10.30 Uhr ein Sonnenscheingottesdienst in der Annenkirche. Es geht darum, was Verzichten bedeutet. Die Sonnenscheingottesdienste in einfacher Sprache richten sich an Menschen aller Generationen sowie Menschen mit Behinderungen. Im Anschluss gibt es ein gemeinsames Fasten-Essen mit vegetarischen Suppen.
Unter dem Motto „Mit Gefühl! 7 Wochen ohne Härte“ stehen Themenabende im Diakonissenmutterhaus, die ab dem 23. Februar immer montags ab 19 Uhr stattfinden.
Unter dem Motto „Kathedralmusik aus Frankreich“ spielt KMD Frank Bettenhausen am 25. Februar um 19 Uhr in Rudolstadt in der Lutherkirche Werke von César Franck an der von einem Franzosen intonierten Steinmeyer-Orgel.
Am 13. März um 18.30 Uhr findet ein Lobpreisabend im Gemeindezentrum Bad Salzungen statt. In der Passionszeit bietet er Gelegenheit, zur Ruhe zu kommen, nachzudenken und neue Impulse für den Alltag mitzunehmen. Im Mittelpunkt stehen Lobpreislieder zum Mitsingen. Die Band „F.L.O.W.“ gestaltet den Abend musikalisch, unterstützt von zwei Waldhornbläsern. Im Anschluss gibt es Zeit für Gespräche, Begegnungen und gemeinsames Beisammensein.
Die Markuspassion von Reinhard Keiser (1674-1739) wird von Solisten, der Mitteldeutschen Barock-Compagney sowie der Ökumenischen Stadtkantorei und dem Motettenchor unter Leitung vin Hartmut Meinhardt am 22. März um 17 Uhr in der Stadtkirche Bad Salzungen aufgeführt.
Da am Karfreitag in der Herderkirche Weimar die Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach aufgeführt wird, steht zuvor die Erzählung vom Leidensweg und Kreuzestod Jesu als biblische Textvorlage im Mittelpunkt. Am 4. März um 19.30 Uhr beginnt der Bibelkurs in der Jakobskirche mit einem einführenden Abend zu Aufbau und Aussage des Matthäus-Evangeliums. An den folgenden Mittwochabenden wird der Text abschnittsweise durchgegangen. Dabei werden auch exemplarisch Choräle und Arien der Matthäus-Passion betrachtet.
Wöchentliche Passionsandachten gibt es unter anderem immer am Donnerstag um 19 Uhr im Pfarrhaus Großobringen.
Angebote im Kloster Volkenroda: Eine Stille Holzwerkstatt vom 26. Februar bis 1. März, ein Stilles Wochenende vom 5. bis 8. März, Fastenurlaub vom 22. bis 29. März und Meditatives Wandern vom 23. bis 26. März.
Hintergrund:
Mit dem Aschermittwoch beginnt nach christlicher Tradition die 40-tägige Vorbereitungszeit auf das Osterfest. Die Bezeichnung „Aschermittwoch“ weist auf alte Übungen hin, nach denen man sich als Zeichen der Buße für begangene Sünden zu Beginn der Fastenzeit mit Asche bestreut hat. Dabei steht die Erinnerung an das Leiden und Sterben Jesu Christi im Mittelpunkt. Mit dem Karneval am Rosenmontag und Fastnachtsdienstag sollte noch einmal ausgelassen gefeiert werden.
Seit mehr als 30 Jahren lädt „7 Wochen Ohne“ als Fastenaktion der evangelischen Kirche dazu ein, die Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostern bewusst zu erleben, spirituell aufzutanken und neue Lebensorientierung zu finden. Millionen Menschen in Deutschland lassen sich darauf ein, den Blick auf den Alltag zu verändern: allein, in Familien oder als Fastengruppe in Gemeinden.
Susanne Sobko, 0162-2048755, oder Friedemann Kahl, 0151-59128575