Umweltpreis der EKM geht an Johannesgemeinde in Halle
Innovative PV-Anlage wird Klima- und Denkmalschutz gerecht
Elisabeth Rotte (Umweltreferentin der EKM), 0162 2048691
Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) hat ihren Umweltpreis in diesem Jahr an die Johannesgemeinde in Halle vergeben. Der mit 3.000 Euro dotierte Preis wurde heute in Lutherstadt Wittenberg beim EKM-Schöpfungsfestes von Regionalbischöfin Bettina Schlauraff an Vertreterinnen und Vertreter der Kirchengemeinde überreicht. Die Ev. Johannesgemeinde Halle (Saale) hat die Jury mit einem innovativen Konzept einer Photovoltaikanlage überzeugt.
Neben der erfolgreichen Zusammenarbeit mit den Denkmalschutzbehörden, wodurch das denkmalgeschützte Gebäude trotz Einsehbarkeit von der Straße mit Photovoltaik-Modulen ausgestattet werden konnte, steht eine soziotechnische Neuerung im Fokus des Projekts. Die „Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung“ ist ein noch junges Konzept, das der Gemeinde ermöglicht, den produzierten Solarstrom direkt an andere Parteien in dem Mietobjekt zu veräußern. Die Versorgung mit Netzstrom bleibt individuell zusätzlich bestehen. Das Projekt der Johannesgemeinde ist eines der ersten, die dieses Modell praktisch umsetzen. Davon profitieren Mietende, die Gemeinde und die CO2-Bilanz. Im ersten Halbjahr der Nutzung konnten rund 10.000 Kilowattstunden Strom erzeugt und der hauseigene Bedarf zur Hälfte mit PV-Strom gedeckt werden. Damit wurden im Vergleich zu fossilen Energieträgern bis zu 5,8 Tonnen CO2 vermieden.
Die PV-Anlage auf dem Dach ist nur der Gipfel eines Nachhaltigkeitskonzeptes. Dieses sieht beispielsweise auch eine Fürbitte zur Bewahrung der Schöpfung in jedem Gottesdienst vor.
„Die stetige Auseinandersetzung mit Schöpfungsverantwortung auf der praktischen wie geistlichen Ebene beeindruckt. Es handelt sich um ein Projekt, das zum Nachfragen und Netzwerken geeignet ist, sich komplizierten Zusammenhängen zwischen Denkmal- und Klimaschutz stellt und damit manch Zweifelnde ermutigt und inspiriert zur Nachahmung“, so die Begründung der Jury.
Bewerbungen für den Umweltpreis gab es aus der gesamten Landeskirche von Kirchengemeinden, Einrichtungen und Werken. Die eingereichten Projekte mussten sich in Umsetzung befinden oder erst kurz abgeschlossen worden sein. Der Preis wird zukünftig alle zwei Jahre vergeben und ist mit 3.000 Euro dotiert.
Mehr Infos zur Umweltarbeit der EKM finden sich unter: www.oekumenezentrum-ekm.de
Elisabeth Rotte (Umweltreferentin der EKM), 0162 2048691