Veranstaltungsreihe zum 200. Todestag von Johannes Falk
Initiator für Sozialfürsorge wird mit Vorträgen und Gottesdienst geehrt
Dr. Sebastian Kranich, 0176-81278923
Im „Falk-Jahr 2026“ wird anlässlich des 200. Todestages von Johannes Falk (1768-1826) Leben, Werk und Wirkung des Schriftstellers, Pädagogen, Sozialreformers und Mitbegründer der Weimarer Gesellschaft der Freunde in der Not beleuchtet. Start ist am kommenden Wochenende: Am 14. Februar, dem 200. Todestag von Falk, beginnt 19 Uhr im Herderzentrum Weimar der Vortrag „Vom Teetisch zur Armentafel - Zu Falks Weg vom Schriftsteller zum Wohltäter“ von Dr. Jens Riederer, Leiter des Stadtarchivs. Am 15. Februar um 10 Uhr folgt ein Diakonie-Festgottesdienst in der Herderkirche. Die Predigt hält der Vorstandsvorsitzende der Diakonie Mitteldeutschland, OKR Christoph Stolte.
Das Jahresprogramm zur Würdigung von Werk, Wohltätigkeit, Wirkung und Nachleben von Johannes Falk gestalten die Klassik-Stiftung Weimar, der Johannes-Falk-Verein, die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (Kirchenkreis Weimar), die Diakoniestiftung Weimar Bad Lobenstein und die Evangelische Akademie Thüringen.
„Johannes Falk prägte als Autor, Diplomat und Initiator wegweisender diakonischer Projekte Weimar nachhaltig. Sein soziales Engagement, seine literarischen Arbeiten und seine innovativen Ansätze in der Jugendfürsorge wirken bis heute fort. Das Jubiläumsjahr lädt ein, Falks Leben und Wirken neu zu entdecken – zwischen Literatur und gelebter Nächstenliebe, zwischen Weimarer Klassik und sozialem Protestantismus – und dabei historische Bezüge zu heutigen Fragen sozialer Verantwortung herzustellen“, sagt Dr. Sebastian Kranich, Direktor der Evangelischen Akademie Thüringen.
Der Weimarer Stadtarchivar Dr. Jens Riederer wird das Falk-Jahr 2026 mit einem Festvortrag über den Satiriker Falk unter dem Titel „Vom Teetisch zur Armentafel – zu Falks Weg vom Schriftsteller zum Wohltäter“ eröffnen. Der musikalisch umrahmte Vortrag findet am 14. Februar um 19 Uhr im Herdersaal statt. Im Anschluss treffen sich die Gäste zu einem gemütlichen Ausklang. Am 15. Februar um 10 Uhr lädt die evangelische Kirchengemeinde Weimar zu einem Diakonie-Festgottesdienst in die Herderkirche ein.
Der nächste Vortrag ist beim Forum am Vormittag am 18. Februar um 10 Uhr imOtto-Neururer-Haus zu hören: Dr. Christian Hain, Direktor des Goethe- und Schiller-Archivs Weimar, spricht unter dem Motto „Unter diesen grünen Linden …“. Die weiteren Vorträge (jeweils 19 Uhr): Am 26. März „Die Weymarischen Freunde werden ermahnet - Weimar und die Franckeschen Stiftungen zu Halle“ von Prof. Holger Zaunstöck, am 23. April „Die Bedeutung von Religion und Spiritualität für Falks handlungsorientierte Kulturleistung“ von Dr. Johannes Demandt, am 7. Mai „ Falk und Wichern - das herausfordernde Erbe für die Rettungsarbeit an Jugendlichen heute“ von Prof. Hans Jürgen Benedict, am 18. Juni „Falks Erbe in Weimar heute“ von Rektor Ramón Seliger, am 24. September „Hoffnung auf Neuanfang – Resozialisierung im 19. Jahrhundert unter Johannes Falk und Theodor Fliedner“ von Oberin Sr. Annegret Bachmann und am 22. Oktober „Krisenreaktion: Der soziale Protestantismus in Mitteldeutschland im 19. Jahrhundert“ von Dr. Sebastian Kranich.
Zum Abschluss ist am 28. Oktober um 17 Uhr ein „Johannes-Umzug“ am 258. Geburtstag als Stadtrundgang auf den Spuren Falks geplant. Treffpunkt ist das Falk-Grab auf dem Historischen Friedhof Weimar.
Hintergrund:
Johannes Daniel Falk (1768-1826) war Dichter, Naturforscher, Philosoph, Christ und Bahnbrecher neuzeitlicher Pädagogik und Sozialfürsorge. Vielen ist er heute nur als Dichter des Weihnachtsliedes „O du fröhliche“ geläufig. Zu Unrecht, denn sein soziales und pädagogisches Engagement kann als Gründungsimpuls der Diakonie und des modernen Sozialstaates gesehen werden. Falk hat ab 1797 in Weimar gelebt. In den Kriegsjahren 1806 bis 1813 beschäftigte ihn das Schicksal der leidenden Bevölkerung, insbesondere das der eltern- und heimatlos gewordenen Kinder und Jugendlichen. Persönlich erlitt er 1813 harte Schicksalsschläge: Vier seiner sieben Kinder starben innerhalb weniger Monate. Gemeinsam mit dem Stiftsprediger Karl Friedrich Horn gründete er 1813 die „Gesellschaft der Freunde in der Not“. Anliegen war die Unterstützung für notleidende junge Menschen. Ihnen wurde eine praktische Berufsausbildung bei Handwerksmeistern ermöglicht, ergänzend erhielten sie religiöse Unterweisung und umfassende Bildung. Im Weimarer Kulturstadtjahr 1999 wurde die „Gesellschaft der Freunde in der Not“ unter dem Namen „Johannes Falk e.V.“ wieder gegründet. Der Verein unterstützt kulturelle und soziale Projekte in der Stadt Weimar.
Weitere Informtaionen im Internet: https://www.ev-akademie-thueringen.de/workspace/dokumente/ksw_falk-jahr-2026_flyer_final_low.pdf
Die nächsten Veranstaltungen in Kürze:
14. Februar (Sa), 19 Uhr, Weimar, Herderzentrum
Festvortrag zum Falk-Jahr 2026 von Dr. Jens Riederer (Leiter Stadtarchiv Weimar)
15. Februar (So), 10 Uhr, Weimar, Herderkirche
Diakonie-Festgottesdienst
18. Februar (Mi), 10 Uhr, Weimar, Otto-Neururer-Haus, Paul-Schneider-Straße 5
Vortrag Johannes Daniel Falk und sein Wirken in Weimar von Dr. Christian Hain (Direktor Goethe- und Schiller-Archiv)
Dr. Sebastian Kranich, 0176-81278923