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Werner-Sylten-Preis für christlich-jüdischen Dialog wird ausgeschrieben

Ideen aus der Praxis sind besonders gefragt

Rückfragen

Charlotte Weber, 0361-380335 331

Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) schreibt zum zehnten Mal den Werner-Sylten-Preis für christlich-jüdischen Dialog aus. Bewerben können sich Kirchengemeinden, Initiativen, Schulen und Einzelpersonen, die sich für den christlich-jüdischen Dialog, die Bewahrung jüdischen Erbes und die Auseinandersetzung mit antisemitischem und antijüdischem Denken in der christlichen Theologie engagieren. In diesem Jahr werden besonders beispielhafte Ideen gesucht, wie sich Anliegen des christlich-jüdischen Dialogs in der konkreten Praxis von Verkündigung, Gottesdienst und Bildung aufnehmen lassen. Bewerbungen oder Vorschläge für den Preis können bis zum 31. Oktober an werner-sylten-preis@ekmd.de gesendet werden.

„In diesem Jahr möchten wir ausdrücklich dazu ermutigen, einzelne Predigten, Gottesdienstbausteine, liturgische Entwürfe oder Unterrichtskonzeptionen einzureichen, die auch Anregung für Andere sein können“, betont Charlotte Weber, Ökumene-Referentin der EKM. Als Beispiele nennt sie: Eine Gestaltung des Israel-Sonntags, eine Predigt, die sich mit antijüdischen Auslegungstendenzen eines Textes auseinandersetzt und neue Perspektiven eröffnet; ein Gottesdienstbaustein, der einen reflektierten Umgang mit den Psalmen der hebräischen Bibel ermöglicht oder eine Unterrichtskonzeption, die neue Zugänge zu jüdischen Traditionen und Auslegungen eröffnet.

Der Beirat für christlich-jüdischen Dialog der EKM will mit dem Preis Projekte des jüdisch-christlichen Dialogs in der Landeskirche würdigen. Ziele sind die Förderung von Projekten und Aktivitäten, das Bekanntmachen von Projektideen, das Vernetzen von Aktivitäten, das Anregen von neuen Projekten sowie die Thematisierung des Einsatzes der Bekennenden Kirche für die jüdischen Geschwister durch die Ehrung von Werner Sylten. Preiswürdig sind sowohl abgeschlossene Projekte als auch Vorhaben.

Hintergrund:

Mit einem Beschluss der 2. Landessynode vom 19. November 2016 hat sich die Landeskirche verpflichtet, jeder Form von Antisemitismus zu widersprechen, in Lehre und Leben das religiöse Selbstverständnis des Judentums zu achten, für Religionsfreiheit einzustehen und der Entrechtung, Diskriminierung und Zerstörung jüdischen Lebens entgegenzutreten sowie den Reichtum der jüdischen Schriftauslegung wahrzunehmen und sich mit antijüdischen Interpretationen der Bibel auseinanderzusetzen. In der Folge wurde der Werner-Sylten-Preis ins Leben gerufen, um Projekte auszuzeichnen, die die Selbstverpflichtung im Raum der Landeskirche umsetzen.

Werner Sylten war ein evangelischer Theologe, der 1936 wegen seiner jüdischen Abstammung aus dem Pfarrdienst entlassen wurde. Er half mit, das Leben von mehr als tausend „nichtarischen“ Christen zu retten. 1942 ermordeten ihn die Nazis. 1979 wurde ihm von der Gedenkstätte „Yad Vashem“ der Ehrentitel „Gerechter unter den Völkern“ verliehen.

Weitere Informationen im Internet: www.werner-sylten-stiftung.de

 

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Charlotte Weber, 0361-380335 331

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