Aktionen sollen zur Adventszeit Freude bereiten und für Gemeinschaft sorgen
Vergiss-mein-nicht-Gottesdienst, Disko, Wichtelpost, Wunschbäume
Susanne Sobko, 0162-2048755, oder Friedemann Kahl, 0151-59128575
Die Kirchengemeinden und Kirchenkreise der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) sorgen zur Adventszeit dafür, Freude zu bereiten, für Gemeinschaft zu sorgen sowie Hilfsprojekte zu unterstützen. Neben Aktionen wie Adventstreffen, lebendige Adventskalender und gemeinsames Singen gibt es dafür besondere Angebote wie Benefizkonzerte, ein kostenfreier Adventsmarkt, inklusive Andachten und Diskos, Geschenk-Aktionen oder das Ausrichten einer Weihnachtsfeier für das Obdachlosenheim.
Besondere Aktionen/Veranstaltungen in Sachsen-Anhalt (Auswahl)
Zum „Frommen Löffel“ lädt die Kirchengemeinde St. Nicolai in Oschersleben im Kirchenkreis Egeln (7. Dezember, 16 Uhr) ein. Die Idee eines sogenannten „Frommen Löffels“ kommt vom Theologen und Begründer der Diakonie Johann Hinrich Wichern (1808-1881). Es war die Zeit der industriellen Revolution in Deutschland, wo weite Teile der städtischen Bevölkerung in Armut, Not und Elend leben mussten. Vor dem Hintergrund des diakonischen Auftrags von Kirche lud Wichern diese verarmten Menschen zu einem „Frommen Löffel“ ein und verköstigte viele Menschen mit einer warmen Suppe. Die Kirchengemeinde in Oschersleben nimmt das zum Vorbild, selbst zu einem solchen „Frommen Löffel“ in der Adventszeit einzuladen. Auch der Heilige Nikolaus hat sich denen, die am Rande der Gesellschaft standen, in tätiger Liebe zugewandt. Die Besucher erwartet nach einem öffentlichen Adventsliedersingen eine kostenlose warme Mahlzeit und ein Heißgetränk im Pfarrhaus Oschersleben.
Die Evangelische Kirchengemeinde Naumburg lädt gemeinsam mit der „Lokalen Allianz für Menschen mit Demenz des Burgenlandkreises“ Menschen mit Demenz und deren Angehörige sowie alle Interessierten zu einem „Vergiss-mein-nicht-Gottesdienst“ in die Marienkirche (9. Dezember, 14.30 Uhr) am Dom in Naumburg ein. „Wir wollen in vielen Bildern die Erfahrungs- und Erinnerungswelt der dementen Menschen ansprechen. Wie bei einem Adventskalender sollen sich durch eine bildhafte Sprache und bekannte Lieder Türchen im Gedächtnis öffnen und Erinnerungen wecken“, beschreibt Superintendentin i. R. Ingrid Sobottka-Wermke. Im Anschluss wird es im Kreuzgang Kaffee und Kuchen geben. Dabei wird auch Gelegenheit sein, um miteinander ins Gespräch zu kommen sowie Fragen und Ängste rund um das Thema Demenz anzusprechen und Hinweise auf Hilfsangebote zu erhalten.
Ein „Doppelter Benefiz“ zu Gunsten der Wärmestube der Evangelische Stadtmission ist mit einem Chor- und Bläserkonzert am 2. Advent (7. Dezember) in der Marktkirche Halle (Saale) geplant. Unter dem Motto „Du machst mich groß“ gibt es ein Konzert (15 Uhr) mit Mitgliedern hallescher Chöre unter der Leitung von Katharina Gürtler. Traditionelle Bläsermusik präsentiert der Auswahlchor der EKM unter Leitung von Frank Plewka im anschließenden Konzert (17 Uhr).
Dazu gibt es jeweils eine Ansprache von der Leiterin der TelefonSeelsorge, Pfarrerin Gundula Eichert. Mit der Kollekte werden seit Jahrzehnten wichtige Angebote der Stadtmission für Menschen in Notlagen finanziert. Die vom Kirchenkreis unterstützte Einrichtung hilft Menschen in Not wie Wohnungslose, Alkoholkranke, Menschen in Lebenskrisen sowie mit Handicap und Geflüchtete.
Der „verkehrte“ Adventskalender ist inzwischen Tradition in der Vorweihnachtszeit in Magdeburg und seit vergangenem Jahr auch eine ökumenische Charity-Aktion von katholischer Kathedralpfarrei St. Sebastian und evangelischer Domgemeinde. Nichts nehmen, sondern etwas geben – so funktioniert der verkehrte Adventskalender. Vom 1. bis zum 19. Dezember können Spenden für verschiedene soziale Einrichtungen oder Organisationen Magdeburgs abgegeben werden.
Mehr Infos unter: www.magdeburgerdom.de
Die evangelische Kirchengemeinde Zeitz lädt am 2. Weihnachtsfeiertag (26. Dezember, 11 Uhr) einsame und bedürftige Menschen ins Kirchencafé im Gemeindezentrum Michel (Michaeliskirchhof 11) zu einer Weihnachtsfeier mit leckerem Essen, Weihnachtsliedern und Geschichten ein.
Besondere Aktionen/Veranstaltungen in Thüringen (Auswahl):
Die Freiwilligenagentur Gotha hat zur Mitmachaktion „Wichtelpost“ aufgerufen, um ein Zeichen gegen Einsamkeit und für Mitmenschlichkeit zu setzen. Ziel ist es, alleinstehenden Menschen eine Freude zu bereiten. Die Weihnachtskarten sollen kreativ gestaltet werden, etwa mit einem netten Text, einem selbst gemalten Bild oder Gebasteltem. Im vergangenen Jahr wurden rund 520 Wichtelbriefe und Karten anonym an Seniorenheime, die Justizvollzugsanstalt, psychiatrische sowie weitere soziale Einrichtungen verteilt.
Die Freiwilligenagentur lädt außerdem zu einer Wunschbaumaktion ein, um älteren und benachteiligten Menschen zu Weihnachten ein Zeichen der Wertschätzung, Nähe und Hoffnung zu schenken. Über einen digitalen Wunschbaum können Interessierte kleine Herzenswünsche erfüllen wie eine Kuscheldecke, ein DDR-Kochbuch oder eine Haarschneidemaschine. https://tally.so/r/meWv4O
In Erfurt-Gispersleben, Kühnhausen und Tiefthal gibt es neben dem Lebendigen Adventskalender einen „Umgekehrten Advent“ zum Motto „Gemeinsam Gutes tun“: Man kann täglich haltbare Lebensmittel oder Drogerieartikel für benachteiligte Menschen in eine Kiste legen und zu Weihnachten abgeben.
Die Senioren in den Kirchengemeinden Kaltensundheim, Aschenhausen, Erbenhausen und Melpers erhalten einen freundlichen Weihnachtsgruß von Pfarrer Markus von Kiedrowski und dazu Ökonudeln als Geschenk – so soll Ihnen eine Freude bereitet werden und der private Nudel-Anbieter vor Ort wird unterstützt. Die Verteilung übernehmen die Konfirmanden.
In Jena haben Kinder und Erwachsene Adventskalender für diakonische Wohnbereiche und Pflegeheime gestaltet. Die Idee hatte Isabella Schmiedgen von der Kirchenkreissozialarbeit. Aus 240 Holzwürfeln mit Zahlen entstanden zehn Adventskalender als Turm oder Pyramide. Jeden Tag kann ein Würfel herumgedreht werden und am Ende entsteht ein buntes und fröhliches Gemeinschaftskunstwerk.
Der Bodelschwingh-Hof Mechterstädt lädt am 5. Dezember von 13 bis 16 Uhr zum Nikolausbasar auf das Gelände des Wohnheims ein. Die Veranstaltung wird gemeinsam von Mitarbeitenden und den Menschen mit Behinderung gestaltet als gelebtes Beispiel für gelingende Inklusion und soziales Miteinander. Es gibt zum Beispiel handgemachte Geschenke, weihnachtliche Dekoration sowie kulinarische Leckereien. Ein Highlight sind Rikscha-Fahrten über das Gelände sowie Live-Musik eines Bläserensembles. 13.30 Uhr kommt der Nikolaus, es werden Märchenfilme gezeigt und Geschichten vorgelesen.
Am 2. Adventswochenende (7. und 8. Dezember) gibt es zum Historischen Weihnachtsmarkt auf der Wartburg in Eisenach in der von Kerzen erleuchteten Wartburgkapelle von 18 bis 19 Uhr die Möglichkeit, sich von Pfarrer Martin Hundertmark den Adventssegen persönlich zusprechen zu lassen.
Am 12. Dezember von 14 bis 19 Uhr und am 13. Dezember von 11 bis 19 Uhr findet auf dem Hof des Kreiskirchenamtes hinter der Trinitatiskirche Gera ein Adventsmarkt des Kirchenkreises statt. „Das Besondere: Zu kaufen gibt es nichts. Kostenlos werden leckeres Essen und Trinken sowie ein gemütlicher Platz zum Treffen und Verweilen angeboten“, kündigt Diakon Andy Riedel an. Begleitend gibt es adventliche Live-Musik sowie Lesungen und Theater in der Trinitatiskirche.
In Meiningen gibt es am 10. Dezember um 19 Uhr in der Stadtkirche ein Benefizkonzert, die Kirchengemeinde bittet um Spenden für notleidende Familien der Region. Am 13. Dezember von 14.30 bis 17 Uhr sind im Saal der Landeskirchlichen Gemeinschaft (Schöne Aussicht 5) Menschen mit und ohne Behinderungen zur Adventsfeier eingeladen. Nach der Andacht folgt das gemütliche Beisammensein bei Kerzenschein, Kaffee und Plätzchen. Die musikalische Umrahmung übernimmt die Band „Kulturbeutel“ mit traditioneller Musik aus aller Welt auf vielfältigen Instrumenten.
In die Brüderkirche Altenburg wird am 10. Dezember von 12 bis 13 Uhr zum Mittagsgebet eingeladen. „Einen Moment Ruhe genießen, ein Gebet sprechen, eine Tasse Kaffee auf den Weg mitnehmen“, so die Ankündigung. Am 18. Dezember organisiert die Junge Gemeinde Altenburg eine Weihnachtsfeier für das Obdachlosenheim, „ein Zeichen gelebter Nächstenliebe“, heißt es dazu.
Candlelight-Andachten gibt es in der Klinikkirche St. Michael in Mühlhausen-Pfafferode im Ökumenischen Hainich-Klinikum, zum Beispiel am 18. Dezember um 19 Uhr mit Regionalbischof Tobias Schüfer (Saxophon, Querflöte, Dudelsack, Gesang), Stephanie Reinhardt (Klavier, Gesang) und dem Frauenchor Langula.
Eine inklusive Disko für Menschen mit und ohne Behinderung findet am 13. Dezember von 18 bis 24 Uhr im Freizeitzentrum Gleis3Eck Waltershausen statt. Der Bodelschwingh-Hof Mechterstädt will damit zeigen, wie bereichernd gelebte Inklusion, Vielfalt und Offenheit sind. Es ist die letzte Disko in diesem Jahr. „Die Resonanz ist überwältigend; Menschen kommen ins Gespräch, bauen Berührungsängste ab und haben gemeinsam Spaß. So wird Vielfalt nicht nur akzeptiert, sondern gefeiert“, heißt es dazu.
„Advent für alle“ lautet das Motto einer inklusiven Adventsandacht in Weimar am 21. Dezember. Um 15 Uhr wird in der geheizten, barrierefreien Jakobskirche zur Andacht in einfacher Sprache rund um den großen Adventskranz mit Plausch und Plätzchen eingeladen.
Hintergrund:
Das Kirchenjahr ist nicht mit dem Kalenderjahr identisch, sondern beginnt mit dem ersten Adventssonntag. Das Wort Advent geht auf das lateinische „adventus“ zurück, das übersetzt „Ankunft“ heißt und auf die Geburt Christi hinweist. Der Advent ist eine Zeit freudiger Erwartung, gleichzeitig aber auch eine Zeit der Besinnung und Einkehr. Älteste Spuren für die vorweihnachtliche Vorbereitungszeit finden sich in der jungen Kirche in Gallien und Spanien. Damals begann der Advent am Tag nach dem Martinsfest (11. November). Erst seit 1570 setzte sich der Brauch durch, den Advent am vierten Sonntag vor dem Fest zu beginnen. Fest verwurzelt sind volkstümliche Bräuche wie das Aufstellen eines Adventskranzes.
Susanne Sobko, 0162-2048755, oder Friedemann Kahl, 0151-59128575