Evangelische Frauen fordern mehr Hilfe für Menschen in Sorge-Arbeit
Fürsorge macht Mütter, Väter und pflegende Angehörige oft krank
Kristin Daum, 0345-51158651
Mit Blick auf den Muttertag am kommenden Sonntag (10. Mai) kritisieren die Evangelischen Frauen in Mitteldeutschland die prekäre Lage von Menschen in Sorgeverantwortung. Sie fordern mehr Entlastung, Sichtbarkeit der ungleichen Verteilung unbezahlter Sorgearbeit sowie eine faire Ressourcenverteilung. Sie unterstützen die Kampagne „100.000 Mütter vor dem Brandenburger Tor“ am 9. Mai, die Mütter und Care-Arbeit ins Zentrum der Gesellschaft stellen will.
„Erschöpfung durch die Doppelbelastung von Fürsorge-Arbeit und Beruf bleibt die häufigste Erkrankung bei Menschen mit Sorgeverantwortung. Da die Hauptlast der unbezahlten Sorgearbeit nach wie vor bei Frauen liegt, sind sie besonders stark von gesundheitlichen Beeinträchtigungen betroffen“, erklärt Kristin Daum, Leiterin der evangelischen Landesgeschäftsstelle für Müttergenesung. Diese Stelle ist bei den Evangelischen Frauen in Mitteldeutschland angesiedelt, unterstützt diakonische Beratungsstellen in der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) und setzt sich für Frauengesundheit in Sachsen-Anhalt und Thüringen ein.
In Deutschland benötigten mehr als zwei Millionen Menschen in Sorgeverantwortung eine Kur, doch jährlich stünden nur etwa 55.000 Plätze über das Müttergenesungswerk zur Verfügung. Eine Erweiterung der Kapazitäten sei nicht in Sicht. „Kliniken erhalten teilweise mehr als 200 Anfragen täglich. Viele Ratsuchende sind bereits am Limit. Die Suche nach einem freien Kurplatz kostet sie die Kraft, die sie für ihre Gesundheit brauchen“, berichtet Daum. Immer mehr Frauen und Männer, deren Kur von der Krankenkasse bewilligt wurde, fänden keinen passenden Platz. „Besonders betroffen sind Alleinerziehende, Frauen im ländlichen Raum, Familien mit behinderten Kindern und Frauen, die seit Jahren Angehörige pflegen“, schildert Daum.
Die Landesgeschäftsstelle hilft mit Fachberatung, Vermittlung und bei Widersprüchen gegen Krankenkassen-Ablehnungen. Sie steht im engen Austausch mit diakonischen Beratungsstellen. „Wir sehen uns als Anwältin für jene, die mit unbezahlter Sorgearbeit unsere Gesellschaft stützen. Menschen in Sorgeverantwortung sind das Rückgrat des gesellschaftlichen Zusammenhalts – ihre Gesundheit und Rechte verdienen Schutz, Anerkennung und politische Aufmerksamkeit“, betont Kristin Daum.
In den 29 Beratungsstellen der EKM, die Kurberatung anbieten, wurden im vergangenen Jahr 1.132 Menschen beraten. 765 Personen stellten Anträge auf eine stationäre medizinische Vorsorge oder Rehabilitationsmaßnahme, darunter 611 Frauen, 129 Männer und 25 pflegende Angehörige.
Die Kampagne „100.000 Mütter vor dem Brandenburger Tor“ am 9. Mai wird initiiert vom Evangelischen Fachverband für Frauengesundheit EVA e.V. und dem Müttergenesungswerk. Verbände, Initiativen, Organisationen und Menschen aus Politik, Kultur und Zivilgesellschaft werden sich versammeln, um für die Rechte von Müttern und allen anderen Fürsorge-Leistenden einzutreten.
Weitere Informationen im Internet: https://frauenarbeit-ekm.de https://hunderttausendmuetter.de
Termine zum Muttertag:
10. Mai, 14 Uhr, Halle OT Nietleben, Evangelische Kirche
Festgottesdienst am Muttertag zum 150. Jubiläum des Kirchweihfestes mit Chören, Posaunen und Kaffeetrinken
10. Mai, 13 Uhr, Eisenach, Johanneskirche (Am Gebräun 56)
Mai-Tanz mit Balfolk von „Fork & Fiddle“: Tänze aus vielen Ländern der Welt für alle Generationen und Nationen sowie zum Muttertag mit einer Überraschung für jede Mutter
Kristin Daum, 0345-51158651