Kreuzwege sollen Bezug zu Jesus im eigenen Leben aufzeigen
Jugendkreuzweg wird deutschlandweit ökumenisch gefeiert
Friedemann Kahl, 0151-59128575, oder Susanne Sobko, 0162-2048755
Mit Kreuzwegen bereiten sich Kirchengemeinden der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) auf die Karwoche vor. Anliegen ist es, an den Weg Jesu ans Kreuz zu erinnern und gleichzeitig die Bedeutung für heute zu erschließen. Rund um den 27. März, eine Woche vor Karfreitag, findet deutschlandweit der Ökumenische Kreuzweg der Jugend unter dem Motto „dahinter. Tiefer sehen, weiter gehen“ statt. Lieder, Gebete, Texte und Bilder sollen die Verbindungen zu den Lebenswirklichkeiten junger Menschen aufzeigen.
„Der Ökumenische Jugendkreuzweg 2026 möchte die Perspektive wechseln: nicht an der Oberfläche stehen bleiben, sondern tiefer sehen und dahinter blicken. Wir zoomen uns heran an Menschen und versuchen, hinter Masken zu schauen. Tiefer sehen bedeutet, nicht bei den ersten Eindrücken stehen zu bleiben. Es heißt, genau hinzuschauen und uns zu fragen: Was steckt wirklich dahinter? Und dann geht’s weiter: Weitergehen heißt nicht, einfach abzuhaken und wegzuschauen. Es heißt, innezuhalten, sich berühren und verändern zu lassen. Wir gehen nicht allein weiter, sondern in der Gewissheit, dass Jesus uns begleitet und trägt“, kommentieren die Organisatoren des Jugendkreuzweges das diesjährige Motto.
Ausgewählte Veranstaltungen in Sachsen-Anhalt, Sachsen (Auswahl):
Im Kirchenkreis Saale-Unstrut lädt die Gemeinde in Laucha zu einem Jugendkreuzweg (21. März, 10 Uhr) ein. Ein ökumenischer Kreuzweg (22. März, 14 Uhr) führt von der Kirche in Kretzschau nach Droyßig. Unterwegs wird an unterschiedlichen Stationen dem Leiden und Sterben von Jesus gedacht, gesungen und gebetet.
In Salzwedel sind Jugendliche zu einem Kreuzweg (22. März, 17 Uhr) eingeladen. Von der Jugendkirche geht es zu St. Katharinen, St. Marien und der Lorenzkirche. Im Anschluss gibt es ein gemeinsames Abendessen in der Jugendkirche.
Ein Kreuzweg (22. März, 17 Uhr) für die Konfirmandinnen und Konfirmanden der Region führt von Roxförde nach Letzlingen.
Im Kirchenkreis Halle-Saalkreis gibt es einen ökumenischen Kreuzweg (26. März, 17 Uhr) in Steuden – Anfang und Ende ist in der Kirche St. Trinitatis.
Das Paulusgemeindehaus ist Ausgangspunkt für den Jugendkreuzweg (27. März, 17 Uhr) in Magdeburg – von dort geht es zum Marienstift weiter zum Sitz des CVJM. An jeder Station gibt es einem kurzen Impuls zum Nachdenken und ins Gespräch kommen.
Zum ökumenischen Kreuzweg Via Crucis mit Landesbischof Friedrich Kramer und Bischof Gerhard Feige durch Magdeburg laden Christen am Palmsonntag (29. März, 18 Uhr) auf den Alten Markt ein. Von dort wird ein Holzkreuz begleitet von hunderten Menschen durch die Innenstadt zu sechs Stationen getragen. Im Mittelpunkt dieses Weges, der den Gang von Jesus Christus ans Kreuz aufnimmt, steht die Gefährdung friedlichen Zusammenlebens und des gesellschaftlichen Zusammenhaltes sowie das Gebet um Frieden und Versöhnung. Im Dom endet der Kreuzweg mit einer Orgel-Meditation.
Am Palmsonntag (29. März, 14 Uhr) wird im Kirchenkreis Torgau-Delitzsch zu einer Kreuzwegwanderung von Klitzschen zum Pfarrhaus in Audenhain eingeladen.
Die Kirchengemeinde in Ummendorf im Kirchenkreis Egeln veranstaltet einen Jugendkreuzweg am Palmsonntag (29. März, 15 Uhr) in der Dorfkirche.
Die Gemeinschaft im Kloster Petersberg denkt am Karfreitag (3. April, 10.30 Uhr) mit einem Kreuzweg an das Leiden und Sterben Jesu.
Ausgewählte Veranstaltungen in Thüringen:
In Nöbdenitz läuft bis zum 6. April in der Kultur- & Bildungswerkstatt eine Ausstellung zum Ökumenischen Kreuzweg der Jugend mit dem Motto „dahinter. Tiefer sehen, weiter gehen“. Dazu begleitend finden immer dienstags ab 19 Uhr die „Nöbdenitzer Fastengespräche“ statt.
Am 22. März um 14 Uhr begeben sich die christlichen Gemeinden der Stadt Nordhausen gemeinsam auf einen Kreuzweg im Lager Dora, um an fünf Stationen dem Leiden und Tod der Häftlinge und Zwangsarbeiter im Lager nachzuspüren sowie zu singen und zu beten. Den Jugendkreuzweg am 27. März in Nordhausen bereiten evangelische und katholische Jugendliche gemeinsam vor. Start ist 18 Uhr im Dom zum Heiligen Kreuz. In besonderer Atmosphäre soll an den Weg Jesu ans Kreuz erinnert und gleichzeitig die Bedeutung des Geschehens für heute erschlossen werden.
Ein Gottesdienst zum Beginn des Ökumenischer Stadtkreuzweges zum Thema „Hinterm Horizont gehts weiter …“ findet am 22. März in Erfurt statt. Beginn ist 10 Uhr in der Thomaskirche. Der Weg führt über die Cruciskirche zur Wigbertkirche, zum Abschluss gibt es ein Mittagessen. Der Ökumenische Jugendkreuzweg startet in Erfurt am 26. März um 17 Uhr in der Kirche St. Wigbert. Mit Musik, Texten, Gebeten und kurzweiligen Aktionen an Stationen kommen die Teilnehmer dem Leidensweg Jesu und den eigenen Perspektiven näher. Der Abschluss ist im Predigerkeller.
Der Ökumenische Jugendkreuzweg wird in Eisenach von einem Team junger Menschen verschiedener Kirchen am 27. März gestaltet. Gefühle, Sorgen und Gedanken sollen genauer angeschaut und tiefer verstanden werden. Beginn ist 17 Uhr an der Annenkirche, weiter geht es zu Kreuzkirche, Landeskirchliche Gemeinschaft, Lutherhaus und CVJM. Zum Abschluss soll der Abend bei Essen und Gesprächen ausklingen.
Am 27. März von 17 bis 20 Uhr findet der Jugendkreuzweg für den Kirchenkreis Meiningen statt. Eingeladen sind alle Generationen. Die Wanderung startet 17 Uhr an der Kirche Hermannsfeld und führt zum Weltfriedenskreuz auf dem Dachsberg. Der Kreuzweg soll die Leidensgeschichte Jesu näherbringen sowie zum Nachdenken über unser Leben anregen. An den Stationen geht es ums Innehalten, Beten und Nachdenken über Themen wie Glaube, Hoffnung und Frieden. Nach dem Kreuzweg gibt es Stockbrot am offenen Feuer.
Am Palmsonntag (29. März) beginnt 13 Uhr ein ökumenischer Kreuzweg im evangelischen Gemeindezentrum Gera-Lusan. Der Weg mit Andachten führt in die Kirchen der Gemeinden und endet etwa 18 Uhr in der St.-Ursula-Kirche.
Ein Kreuzweg für Kinder als Passions- und Ostergeschichte in Bildern mit dem Titel „Der Ostergarten“ wird im Kirchhof an der Marienkirche Ingersleben am Palmsonntag eröffnet. Er ist bis zum Ostersonntag frei zugänglich.
Ein Tischabendmahl mit Kreuzweg findet am Gründonnerstag (2. April) in Wünschendorf/Elster statt (Pfarrkirche St. Veit, 17 Uhr).
Der Ökumenische Jugendkreuzweg wird in Weida am Karfreitag (3. April) um 14.30 Uhr vor der Stadtkirche beginnen. Die Gestaltung übernehmen Konfirmanden.
Am Karfreitag lädt die Kirchengemeinde Gotha zum Familienkreuzweg ein. Beginn ist vor der Versöhnungskirche. An den einzelnen Stationen wird kindgemäß mit Aktionen an den Leidensweg von Jesus erinnert. Mit dabei ist die Evangelische Jugend.
Hintergrund:
Bereits in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten suchten Gläubige in Jerusalem die Orte auf, an denen nach biblischem Bericht die Verurteilung, Geißelung und Kreuzigung Jesu stattgefunden haben soll. Pilgerfahrer brachten diese Gottesdienstform später nach Europa. Es entstanden zahlreiche Kreuzwege mit unterschiedlich vielen Stationen.
Der Ökumenische Kreuzweg der Jugend ist eines der ältesten und mit jährlich knapp 60.000 Teilnehmenden eines der größten ökumenischen Projekte in Deutschland. Er regt junge Menschen in Wort und Kunst zur Auseinandersetzung mit der Passion Jesu, der Auferstehung und dem eigenen Leben an. Träger sind die Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afj), der Bund der deutschen katholischen Jugend (BDKJ) sowie die Arbeitsgemeinschaft der evangelischen Jugend Deutschland (aej). Der erste überregionale Kreuzweg für Jugendliche wurde 1958 auf dem Katholikentag in Berlin gefeiert. Von da an diente er jedes Jahr dazu, die Jugend in Ost und West als „Gebetsbrücke“ über die Mauer hinweg zu verbinden. Papiere, Matrizen und Materialien wurden in die DDR geschmuggelt, der Kreuzweg setzte religiöse und politische Zeichen. Seit 1972 wird er ökumenisch gefeiert. Inzwischen sind auch ältere Generationen, Schulklassen, Gruppen und Verbände, Pfarreien und Gemeinden in Deutschland, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden und in Luxemburg beteiligt.
Weitere Informationen im Internet: www.jugendkreuzweg-online.de
Friedemann Kahl, 0151-59128575, oder Susanne Sobko, 0162-2048755