Landesbischof zum 50. Jahrestag der Selbstverbrennung von Oskar Brüsewitz
„Uns steht es nicht zu, zu urteilen und doch wollen wir verstehen“
Friedemann Kahl, 0151-59128575
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Erklärung Landesbischof zum Brüsewitzgedenken 2026 - (18.08.2026 / 128 KB)
In seiner Erklärung zum 50. Jahrestag der Selbstverbrennung von Pfarrer Oskar Brüsewitz sagt Landesbischof Friedrich Kramer: „Uns steht es nicht zu, zu urteilen und zu bewerten und doch wollen wir verstehen.“
Bei der heutigen Gedenkveranstaltung vor der Michaeliskirche in Zeitz betont der Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), dass auch nach 50 Jahren die Fragen nach dem Warum nicht eindeutig beantwortet werden können.
„Einseitige Deutungen werden dem Menschen Oskar Brüsewitz und der Situation nicht gerecht. Und jeder, der ihn kannte, hatte eine eigene Sicht und Anderes zu erzählen. Wir werden auch heute keine konsistente Deutung finden. Es wird ein Geheimnis bleiben. Dass es keine theologischen Aspekte für diese Tat gegeben hat, die Brüsewitz motiviert haben könnten, will ich jedenfalls ausdrücklich nicht behaupten. Das ist damals sehr schnell Konsens gewesen, weil eine solche Ansicht bequem war. Wir sollten seine Tat nicht reduzieren auf die Tat eines Gescheiterten, nicht auf die Tat eines Verrückten, nicht auf die Idee eines Apokalyptikers“, so Landesbischof Kramer.
Der evangelische Pfarrer Oskar Brüsewitz zündete sich am 18. August 1976 vor der Michaeliskirche in Zeitz an. Zuvor hatte er mit einem Transparent gegen die Bildungs- und Kirchenpolitik der SED protestiert. Seinen schweren Verletzungen erlag er vier Tage später im Bezirkskrankenhaus in Halle.
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Erklärung Landesbischof zum Brüsewitzgedenken 2026 - (18.08.2026 / 128 KB)
Friedemann Kahl, 0151-59128575