Schutz der Schöpfung steht fünf Wochen lang im Mittelpunkt
Erstes Schöpfungsfest der EKM wird in Wittenberg gefeiert
Bei Rückfragen: Susanne Sobko, 0162-2048755, oder Friedemann Kahl, 0151-59128575
Zur Schöpfungszeit vom 1. September bis 4. Oktober (Gedenktag des Franziskus von Assisi) sind Gläubige aus aller Welt und unterschiedlicher Konfessionen aufgefordert, sich besonders dem Schutz der Schöpfung zu widmen. Auch innerhalb der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) finden dazu Veranstaltungen statt. Ein Höhepunkt ist das erste Schöpfungsfest der EKM am 12. September als Open-Air-Veranstaltung mit Gottesdienst, Musik, Mitmachangeboten, Podiumsformat und einem Markt der Möglichkeiten. Von 10 bis 17 Uhr läuft das abwechslungsreiche Programm auf der Schlosswiese in Wittenberg. Dabei wird auch der Umweltpreis der EKM verliehen.
„Wir freuen uns, als EKM in diesem Jahr erstmals ein ökumenisches Schöpfungsfest zu feiern. Gemeinsam halten wir inne und schaffen Verbindung zur Mitwelt, und ebenso gemeinsam feilen wir an neuen praktischen Lösungen für Energieversorgung und Flächengestaltung. Zu spüren, dass auch andere Menschen die eigenen Sorgen um den Zustand unserer Erde teilen, kann ein Antrieb sein. Und davon bestärkt, entstehen gemeinsame Ideen davon, wie wir in Zukunft leben möchten“, betont Elisabeth Rotte, Referentin für Umweltarbeit der EKM.
Eingebunden in die Schöpfungszeit ist der Ökumenische Tag der Schöpfung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), um Dankbarkeit für die Schöpfung zu zeigen, über deren Gefährdung aufzuklären und zu gemeinsamem Handeln aufzurufen. Die zentrale Feier findet am 4. September in Marburg statt. Leitwort ist das Bibelzitat „Hast Du erkannt, wie weit die Erde ist?“ (Hiob 38,18), verbunden mit dem Aufruf, die Schönheit, Vielfalt und Widerstandskraft der Schöpfung neu zu entdecken, miteinander ins Gespräch zu kommen und ökumenische Gemeinschaft zu erleben.
Die ACK stellt auf Ihrer Webseite kostenlose Materialien für eigene Veranstaltungen von Gemeinden, ökumenische Gruppen oder Aktionskreisen bereit. Unterstützt wird die Schöpfungszeit vom ökumenischen Netzwerk „Eine Erde“, dem rund 130 kirchliche Träger angehören.
Ausgewählte Veranstaltungen zur Schöpfungszeit:
Anlässlich der Verleihung ihres Umweltpreises veranstaltet die EKM am 12. September ihr erstes Schöpfungsfest auf der Schlosswiese in Wittenberg. Das Bühnenprogramm unter Begleitung der Christian-König-Gospel-Group beginnt 10 Uhr. Ein ökumenischer Gottesdienst als Kooperation der ACK Sachsen-Anhalt widmet sich der Frage „Hast du erkannt, wie weit die Erde ist?“. Kirchliche und andere zivilgesellschaftliche Gruppen präsentieren ihre Aktivitäten zum Schutz von Umwelt, Klima und Biodiversität – vom Miniwald auf dem Friedhof über PV-Anlagen auf dem Kirchendach bis hin zu Insektenoasen auf dem Schulparkplatz. Infostände laden zum Lernen und Ausprobieren ein. Es gibt eine Spielwiese für die Kleinen und Ideeninseln mit Diskussionen für die Großen.
Am Nachmittag spricht Regionalbischöfin Bettina Schlauraff mit Katrin Göring-Eckardt, Bundestagsvizepräsidentin a.D. und ehemalige Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Gemeinsam beleuchten sie Fragen über Schöpfungsverantwortung und widmen sich der sozial-ökologischen Transformation in kirchlichem Kontext. Ganztägig laufen zwei Wanderausstellungen: Das Sketchbook-Kunstprojekt „Justice.Peace.Imagination“ erkundet Dimensionen von Gerechtigkeit und Frieden und die Ausstellung „Glänzende Aussichten“ besteht aus Karikaturen zu Konsum, Klimawandel & Gerechtigkeit. Ein Höhepunkt ist die Verleihung des Umweltpreises der EKM gegen 16 Uhr.
Eine Wanderung zum Schöpfungstag zum Thema „Hast du erkannt, wie weit die Erde ist?“ durch die rekultivierte Bergbauregion Ronneburg findet am 5. September statt. Treffpunkt ist 14 Uhr an der Neuen Landschaft Ronneburg. Ulrich Zippel (Thränitz) spricht über Themen wie: „Was hat sich seit der Buga getan? Klimaneutrale Kernenergie? Das Erinnern an die Dörfer wird schwieriger.“ Zur Wanderung in Richtung Gessental werden die Veränderungen in der Natur nach der Renaturierung beobachtet. Dabei wird dem ehemaligen Dorf Schmirchau und der Gemarkung Gessen nachgespürt. Zum Abschluss gibt es einen geistlichen Impuls in der Gedächtnis-Kapelle im Gessental mit Superintendent Hendrik Mattenkoldt (Kirchenkreis Gera). Initiator der Wanderung ist die Kirchengemeinde Dorna.
Unter dem Motto „Schöpfung feiern - nachhaltig Leben“ wird am 6. September von 14.30 bis 18.30 Uhr nach Dingelstädt auf den Kerbschen Berg eingeladen. Beginn ist 14.30 Uhr mit einer „Fairen Kaffeetheke“ und frischen Waffeln. Es folgen Workshops und Mitmachaktionen, unter anderem als Apfelwerkstatt für Kinder, zur Geschichte des Obstbaus, zu Klimaschutz im Alltag, zur Schokoladen-Herstellung und zum Motto „Weniger ist mehr“. Um 17 Uhr beginnt ein Ökumenischer Schöpfungsgottesdienst mit Predigt von Bruder Stefan Federbusch, Franziskaner und Autor.
In Erfurt lädt das Ökumenische Schöpfungsnetzwerk am 14. September zum Schöpfungsgottesdienst im Grünen im Garten der Erfurter Martinikirche ein. Beginn ist 14 Uhr. Unter dem Motto „Bunt und wild und wunderbar“ soll Vogelgezwitscher und Bienensummen hörbar sein und unter Leitung von Popkantor Christian König spielt das Gitarren-Mitmachorchester. Danach folgen ein Kirchenpicknick und eine Pflanzentauschbörse.
Ein Gebet für die Schöpfung findet in Erfurt immer freitags 11.45 bis 12 Uhr in der Kaufmannskirche statt. „Wir wollen unsere Verantwortung für die Schöpfung wachhalten“, so die Begründung.
Hintergrund:
Die Idee zur „Schöpfungszeit“ stammt von der Dritten Europäischen Ökumenischen Versammlung im September 2007 im rumänischen Sibiu. Sie Versammlung den Kirchen, den Zeitraum vom 1. September bis 4. Oktober (Gedenktag des Franziskus von Assisi) in ihren liturgischen Kalender aufzunehmen und sich in dieser Zeit besonders auf ihre Verantwortung für Gottes Schöpfung zu besinnen. So sollen sie sich dem Gebet für den Schutz der Schöpfung und der Förderung eines nachhaltigen Lebensstils widmen sowie Gott als Schöpfer gemeinsam preisen, die Schätze der Traditionen miteinander teilen und auf eine neue Orientierung der Gesellschaft hinarbeiten. Der Ökumenische Tag der Schöpfung wird seit 2010 jährlich am ersten Freitag im September gefeiert.
Weitere Informationen unter:
www.netzwerk-eine-erde.de
www.oekumene-ack.de/projekte/oekumenischer-tag-der-schoepfung/
Bei Rückfragen: Susanne Sobko, 0162-2048755, oder Friedemann Kahl, 0151-59128575