Teilen erlaubt

Teilen erlaubt - Was würde Martin in einer globalisierten Welt teilen?

| 03.11.2016

Teilen erlaubt!? Auch, wenn es der einzige Mantel wäre? Mit wem teilen wir, auch wenn's weh tut?

Am 11. November feiern wir den Heiligen Martin, der seinen Mantel zerschnitten haben soll, um einem armen Menschen etwas Wärme zu spenden. Eine schöne Tradition, dass wir uns daran erinnern und uns fragen, wo auch wir teilen können.

Wir spenden für wohltätige Organisationen, legen Geld in die Kollekte, geben auch mal ne Münze am Straßenrand.

Und im Internet wird ja ohnehin ständig geteilt: Das neue Musikvideo, coole Partybilder, lustige Sprüche. Schnell nen Daumen hoch oder auf der eigenen Pinnwand geteilt, um zu zeigen, dass wir am Zahl der Zeit sind.

Platte Meinungen teilen wir schnell und auch die alten Kleider geben wir lieber der Caritas als sie wegzuwerfen. Aber wie schaut es aus, wenn es wirklich weh tut? Teilen wir unseren Luxus auch, wenn es tatsächlich etwas kostet? Oder teilen wir unbequeme Wahrheiten? Zum Beispiel dass die Bibel von freiwilligem Verzicht redet oder von einer Gerechtigkeit, die "Witwen und Waisen" genauso wertschätzt wie Gutverdiener und Mittelständler? Als Mitteleuropäer sind wir reicher als große Teile der Weltbevölkerung. Wenn du ein Smartphone oder einen Computer hast, um diesen Beitrag zu lesen, besitzt du mehr als mehrere Milliarden Menschen in Armut. Und wer im Frieden der letzten 60 Jahre hier in Deutschland aufgewachsen ist, ist besser dran als die meisten Flüchtlinge, die aus Kriegsgebieten zu uns kommen!

Wie würde Martins Teilen in einer globalisierten Welt aussehen? Was würde er mit wem teilen? Vermutlich würde er nach biblischen Vorbild "seinen Nächsten" sehen und situativ das geben, was diese Person braucht.

Versuchs doch mal! Einfach offen sein für alltägliche Armut und abgeben. Oder emotionale Not lindern, Aufmerksamkeit schenken und Leben teilen. Gemeinschaft leben und rausfinden, woran ein "Nächster" gerade leidet.

Und was wir dabei lernen, das können wir gerne auch online teilen. Nicht, um unsere Barmherzigkeit zu preisen, sondern um von Gottes Güte zu erzählen und zum Nachahmen zu motivieren.

"Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan." Das sagt Jesus (Mt 25,40). Wenn wir mit diesem Verständnis in jedem Notleidenden Jesus sehen, ist es auf einmal eine Ehre, etwas abgeben zu dürfen, weil wir es dem Herrscher der Welt abgeben. Dann erkennen wir voller Ehrfurcht, uns ist das: "Teilen erlaubt"!

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