"2017 wird Wittenberg verändern"

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epd | 18.05.2017

Drei Fragen an Ulrich Schneider, Geschäftsführer des Vereins Reformationsjubiläum 2017

Wittenberg (epd). Am 20. Mai öffnet die Weltausstellung Reformation in der Lutherstadt Wittenberg. Sieben Themenbereiche in "Toren der Freiheit" laden zum Entdecken und Diskutieren ein. Für die Organisation der Großereignisse zum 500. Reformationsjubiläum haben der Deutsche Evangelische Kirchentag und die Evangelische Kirche in Deutschland den Verein Reformationsjubiläum 2017 gegründet. Der Evangelische Pressedienst (epd) sprach mit Geschäftsführer Ulrich Schneider.

epd: Herr Schneider, nach welchen Kriterien hat das Vorbereitungsteam der Weltausstellung Reformation die sieben "Torräume der Freiheit" unter den Ausstellern aufgeteilt?
Schneider: Mehr als 80 Landeskirchen, zivilgesellschaftliche Gruppen, ökumenische Partner und viele andere sind der Einladung gefolgt, den Reformationssommer in Wittenberg mitzugestalten. Damit begann das Puzzeln: Inhaltliche Schwerpunkte, Platzbedarf und Gestaltungswünsche wurden gesammelt, diskutiert und skizziert. Am Ende stand im vergangenen März ein Stadtplan der Wittenberger Altstadt und der Wallanlagen, auf den wir stolz sind: Installationen, Pavillons und Veranstaltungsräume sind so platziert, dass sich überall spannende und interessante Wege durch Wittenberg entwickeln, denen die Besucher folgen und auf denen sie ihre eigene individuelle Weltausstellung Reformation zusammenstellen können.

epd: 500 Jahre nachdem der Mönch Martin Luther die Kirche reformiert, aber auch gespalten hat, stehen die christlichen Konfessionen an einem Punkt großer Annäherung. Auf welche ökumenischen Highlights können sich die Besucher der Weltausstellung freuen?
Schneider: Ökumene wird bei der Weltausstellung Reformation sehr groß geschrieben. Nicht zuletzt eröffnen wir sie am 20. Mai mit einem ökumenischen Gottesdienst. Der Torraum "Ökumene und Religion" ist der größte. Viele Aussteller bieten dort über die gesamte Zeit ein vielfältiges ökumenisches Programm. Aber auch an anderen Orten ist sie zu entdecken - etwa bei den regelmäßigen Veranstaltungen der Deutschen Bischofskonferenz in und um die katholische Kirche in Wittenberg. Herausragend ist sicher die Themenwoche "Ökumene" Anfang Juni, bei der Kardinal Walter Kasper mit Margot Käßmann über wichtige theologische Fragen der Reformation heute diskutieren wird. Persönlich freue ich mich und bin gespannt auf das große Christuszelt. Dort tragen wir das zusammen, was die christlichen Konfessionen eint. Nicht das Trennende, sondern das Gemeinsame steht hier im Mittelpunkt - ein für mich wichtiges Zeichen nach 500 Jahren.

epd: Nach dem Ende der Weltausstellung am 10. September werden große Teile des Geländes wieder in ihren ursprünglichen Zustand gebracht. Welche Orte erinnern auch noch in ein paar Jahren an den Reformationssommer?
Schneider: Nachhaltigkeit stand von Anfang an im Zentrum unserer Planungen. Wir wollten nicht als Ufo für vier Monate in Wittenberg Station machen. Das Panorama des Künstlers Yadegar Asisi wird mindestens für fünf Jahre zu sehen sein. Und mit dem ehemaligen Gefängnis hinterlassen wir hier den speziellsten Ausstellungsraum Deutschlands. Am Bunkerberg entstehen im Torraum "Spiritualität" Stege unter dem Titel "Die Suche nach mir selbst". Sie bleiben nach der Weltausstellung als Beitrag der evangelischen Kirche. Darüber hinaus wird Wittenberg meiner Überzeugung nach in diesem Sommer Kraft als Zukunftsort tanken. In den kommenden Jahren werden viele Touristen und Christen hier Station machen und die Welt hinterfragen - so wie Martin und Katharina Luther, Philipp Melanchthon und viele andere vor 500 Jahren. 2017 wird Wittenberg verändern, das steht fest. Und wenn am Ende auch der Bibelturm am Hauptbahnhof länger stehen bleibt, dann freue ich mich.



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