Bericht: Thema Gewalt nimmt beim Sorgentelefon zu

Leipzig (epd). In der Coronakrise bemühen Eltern häufiger das Sorgentelefon. 

Seit März habe die "Nummer gegen Kummer" einen deutlichen Anstieg von Anfragen registriert, berichtet der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) am Montag in Leipzig. Die Pandemie verändere dabei offensichtlich auch die angesprochenen Probleme von Eltern und Kindern, vor allem Gewalt werde mehr zum Thema.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sei das Elterntelefon in den ersten neun Monaten des Jahres 59 Prozent öfter genutzt worden. Auch die Online-Beratung für Kinder und Jugendliche habe 18 Prozent mehr Anfragen als in den ersten drei Quartalen 2019 verzeichnet. Das Anrufaufkommen am Kinder- und Jugendtelefon sowie die Anzahl der Beratungen bewegten sich dagegen auf Vorjahresniveau, hieß es weiter.

Inhaltlich hätten "psychosoziale Themen und Gesundheit", "Probleme in der Familie" und auch "Gewalt" deutlich an Relevanz gewonnen. Bei den Heranwachsenden wären vor allem Probleme mit Gewalt der Grund gewesen, das Sorgentelefon anzurufen, hieß es beim MDR mit Verweis auf die Betreiber. Die Beratungsstelle befürchte zudem eine große Dunkelziffer.

Die "Nummer gegen Kummer" ist eigenen Angaben zufolge das größte kostenlose Telefonangebot für Kinder, Jugendliche und Eltern. Der Verein mit Sitz in Wuppertal will ein schnell erreichbares Gesprächs- und Beratungsangebot sein. 2019 sind nach seinen Angaben insgesamt 10.838 Beratungen am Elterntelefon, 99.229 Beratungen am Kinder- und Jugendtelefon sowie 10.428 Onlineberatungen für dieses Altersgruppe registriert worden.



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