Bildungsminister und Gewerkschaft warnen vor "Notenhuberei"

Erfurt (epd). Das Thüringer Bildungsministerium hat nach der Wiederaufnahme des normalen Schulbetriebs Augenmaß angemahnt. 

Ziel eines entsprechenden Schreibens an die Lehrerschaft sei es, im verbleibenden Schuljahr die Blicke zuvorderst auf die pädagogische Gestaltung des wieder anlaufenden Präsenzunterrichts zu richten, teilte das Ministerium am Donnerstag in Erfurt mit. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) signalisierte Zustimmung.

Gewollt sei jetzt kein „Marathon von Klassenarbeiten und Leistungskontrollen, um auf Teufel komm‘ raus noch bis zum Schuljahresende möglichst viele Noten zu vergeben“, erklärte Bildungsminister Helmut Holter (Linke). Die Schülerinnen und Schüler sollten erst einmal wieder gut in den Schulen ankommen. Zeit und Aufmerksamkeit für das gemeinsame Lernen hätten zunächst Vorrang.

Die allermeisten Lehrerinnen und Lehrer in Thüringen gehen aus seiner Sicht mit dieser Situation in bestem Sinne pädagogisch um und vermittelten Lernfreude, sie motivierten und stärkten. „Aber ich möchte auch die Öffentlichkeit für dieses Thema sensibilisieren: Wer in dieser Lage nur auf Noten schaut und allein daran den Aufholbedarf festmacht, verkennt die Lage und nimmt die vielen anderen Möglichkeiten, die den Schulen zur Verfügung stehen, nicht ausreichend wahr“, so der Minister.

Der Fokus müsse jetzt auf der behutsamen Rückkehr in einen Schulalltag in Präsenz liegen, sagte Thüringens GEW-Vorsitzende Kathrin Vitzthum. Darüber sei sich die Gewerkschaft mit der Landeselternvertretung und der Landesschülervertretung einig. „Pädagogik statt Notenhuberei lautet das Motto!“, erklärte sie.



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