Corona-Krise: Thüringer BürgerForum legt Empfehlungen vor

Erfurt (epd). Das im Zuge der Corona-Pandemie eingerichtete Thüringer BürgerForum hat weitreichende Reformen im Umgang mit der Krise vorgeschlagen.

So zähle zu den Kernforderungen eine Vermeidung von Schulschließungen und die Verbesserung der Situation in der Pflege, sagte Justizminister Dirk Adams (Grüne) am Dienstag in Erfurt. Er hatte das Gutachten des Forums auf dessen letzter virtueller Tagung für die Landesregierung entgegengenommen.

Mit dem Gremium aus 52 per Zufall ausgewählten Thüringer Männern und Frauen sollte das „unverfälschte Alltagswissen“ der Bürgerinnen und Bürger in der Corona-Krise für die Entscheidungen im Freistaat nutzbar gemacht werden. Insgesamt führt das Gutachten, das nach mehrfachen digitalen Treffen und Workshops entstand, laut Adams zu 55 Vorschlägen.

Schwerpunkte der Beratungen seien etwa Fragen der Motivation von Lernenden und Lehrenden, der hybride Unterricht für Schülerinnen und Schüler in Quarantäne oder Lernrückstände gewesen. Zudem beschäftigte das Forum die Sorge um eine Spaltung der Gesellschaft durch die Einführung der 2G-Regel im Alltag, berichtete Adams.

„Der Umfang und die qualitative Belastbarkeit der Empfehlungen haben uns gezeigt, dass es richtig war, durch eine repräsentative Auswahl aus der Thüringer Bevölkerung ein realistisches Meinungsbild einzuholen“, resümierte er. Als Migrationsminister habe es ihn besonders gefreut, dass seitens des Forums gefordert wurde, die Rahmenbedingungen für die Ausbildung geflüchteter Menschen in der Pflege zu verbessern, um dem Pflegenotstand entgegenzuwirken.

https://www.thueringer-buergerforum.de/

Eine Radio-Andacht in der MDR-Reihe "Augenblick mal" zum Bürgerforum finden Sie hier: https://www.mdr.de/mdr-thueringen/augenblick-mal-wort-zum-tag-kirche-102.html



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