Ethikrats-Vorsitzende: Berufsbezogene Impfpflicht nicht nötig

Berlin (epd). Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Alena Buyx, hält eine Corona-Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen in Deutschland derzeit nicht für notwendig. 

Die Impfraten bei Lehrkräften und Gesundheitspersonal seien hierzulande deutlich höher als in Nachbarländern wie etwa Frankreich, sagte sie am Dienstag im ZDF-„Morgenmagazin“. Zudem gebe es bessere Möglichkeiten, um Menschen von einer Impfung zu überzeugen: gute Kommunikation und niedrigschwellige Impfungen vor Ort. „Sozusagen: Bring die Impfung dorthin, wo die Leute sind“, sagte Buyx. Das könne auch für den Arbeitsplatz gelten.

Angesichts eines Rückgangs bei der Zahl der verabreichten Corona-Impfungen hatte sich der Mediziner Wolfram Henn, der auch Mitglied im Ethikrat ist, am Montag für eine Impfpflicht für das Personal in Kitas und Schulen ausgesprochen. Buyx sagte, Henn habe für sich gesprochen, jedoch nicht im Widerspruch zu den Arbeiten des Ethikrats: „Aber wir fordern so etwas nicht.“ Auch die Bundesregierung hat eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen wiederholt ausgeschlossen. Andere Länder wie Griechenland und Frankreich führten eine Impfflicht für das Gesundheitspersonal ein oder kündigten eine solche an.

Buyx äußerte sich besorgt über die Situation von Kindern und Jugendlichen ohne allgemeine Impfempfehlung. „Da kriege ich schon Sorge, denn man muss natürlich diese junge Generation schon schützen“, sagte sie: „Man kann ja jetzt nicht sagen, wir lassen das Virus jetzt durch diese Gruppe krachen oder wir schauen zu, wie die Schulen wieder zumachen müssen, weil da einfach völlig ungeregelt die Infektionen stattfinden.“



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