Ethikratsvorsitzende: Sanktionen gegen Impf-Vordrängler prüfen

Mainz/Berlin (epd). Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Alena Buyx, plädiert dafür, Sanktionen gegen Impf-Vordrängler zu prüfen. 

Die Priorisierung bei den Corona-Schutzimpfungen sei keine Bitte, sondern die Impfverordnung sei geltendes Recht in den Ländern, sagte sie am Sonntag dem ZDF-Portal "heute.de". Wenn die Verordnung eklatant verletzt werde, sei es "eine gute Idee, auch über Sanktionen nachzudenken". Verstöße gegen die Impf-Reihenfolge zerstörten "das Vertrauen in das ganze Vorgehen".

Nach Berichten über mehrere Fälle, in denen Amtsträger früher als vorgesehen geimpft wurden, hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Freitag angekündigt, mögliche Konsequenzen zu prüfen. Den Berichten zufolge ließen sich in mehreren Bundesländern darunter Sachsen-Anhalt und Sachsen unter anderen Landräte und Oberbürgermeister impfen, obwohl sie noch nicht dran waren. Auch eine Impfung des katholischen Augsburger Bischofs Bertram Meier mit übriggebliebenen Dosen sorgte für Aufsehen. Meier wies den Vorwurf der "Impfdrängelei" allerdings zurück und verwies auf regelmäßige Besuche in Pflegeheimen, was in der bayerischen Impfverordnung berücksichtigt sei.

Buyx forderte einen Mechanismus zum Umgang mit übriggebliebenen Impfdosen. Die Priorisierungsgruppen seien groß genug, "dass sich da jemand finden sollte, der dann geimpft werden kann". Wenn am Ende eines Tages Impfdosen übrig sind, droht deren Verfall. Zur ersten Gruppe gehören unter anderen alle über 80-Jährigen, Menschen in Pflegeheimen sowie Personal auf Intensivstationen, in Notaufnahmen und Rettungsdiensten.



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