Gefühlte Belastung durch Corona in Mitteldeutschland am größten

Erfurt (epd). Die Mitteldeutschen fühlen sich laut einer aktuellen repräsentativen Umfrage der Techniker Krankenkasse (TK) im bundesweiten Vergleich durch die Corona-Pandemie besonders belastet. 

Fast sechs von zehn befragten Menschen in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt (57 Prozent) sagten, dass die Situation sie stark oder sehr stark belaste, erklärte eine Sprecherin der Kasse am Mittwoch in Erfurt. Das stelle bei einem Bundesdurchschnitt von 42 Prozent die gefühlt stärkste Belastung dar, gefolgt von Baden-Württemberg (50 Prozent) und dem Norden Deutschlands (46 Prozent).

Bei einer Befragung zu Beginn der Pandemie im Mai 2020 hatte die Krankenkasse nach ihren Angaben noch deutliche bessere Werte ermittelt. Damals hätten nur vier von zehn Befragten (42 Prozent) in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt von einer starken oder sehr starken Belastung gesprochen. Das entspreche einem Anstieg von mehr als einem Drittel der Befragten.

Die psychische Belastung in Thüringen sei vermutlich deswegen besonders hoch, weil es vergleichsweise viele Familien gebe, in denen beide Eltern voll berufstätig sind, sagte Guido Dressel, der Leiter der TK-Landesvertretung. Gerade Kita- und Schulschließungen hätten so für besonderen Druck gesorgt.

Zudem werde die Wirtschaft des Freistaates von Handwerksunternehmen und kleineren Firmen geprägt, in denen ein Arbeiten von Zuhause kaum oder nur eingeschränkt möglich sei. „Die meisten Thüringerinnen und Thüringer konnten ihre physischen Kontakte also nicht durch Homeoffice reduzieren und sich so vor Ansteckung schützen“, erklärte Dressel.



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