Haseloff: Corona-Krise als Chance begreifen

Magdeburg (epd). Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sieht die Bewältigung der Folgen der Corona-Pandemie auch als Chance für Sachsen-Anhalt.

Es müsse darum gehen, die Wirtschaft und auch das öffentliche Leben pandemiefest zu machen, sagte Haseloff am Donnerstag in seiner Regierungserklärung im Magdeburger Landtag: "Für Verzagtheit gibt es keinen Grund. Die Unterstützung durch Bund und EU, aber auch die Besinnung auf unsere eigenen Stärken, machen es uns möglich, die Krise als Chance zu begreifen", sagte der Regierungschef.

Er warnte zugleich: "Solange es keinen Impfstoff oder wirksame Medikamente gibt, ist Covid19 eine reale Gefahr." Trotz rückläufiger Fallzahlen könne derzeit nicht einfach zum Alltag übergegangen werden. Das Land habe jedoch ein effektives Testkonzept entwickelt. Erforderliche Laborkapazitäten seien geschaffen worden, die auf bis 15.000 Tests pro Tag ausgebaut werden könnten. "Das Covid19-Virus ist keineswegs Geschichte. Die Auswirkungen der Pandemie werden uns in allen gesellschaftlichen Bereichen noch lange beschäftigen, in Sachsen-Anhalt, in Deutschland, weltweit", sagte Haseloff.

Künftig müsse es aber darum gehen, die Probleme "minimalinvasiv und selektiv" zu lösen, betonte Haseloff: "Einen zweiten Shutdown werden wir so nicht bewältigen können." Sachsen-Anhalt registrierte nach Angaben des Sozialministeriums bislang 1.733 Infektionsfälle und 56 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Corona-Virus. Die Fallzahlen seien deutlich gesunken, so Haseloff. Zuletzt gab es allerdings in Magdeburg nach Wochen ohne Neuinfektionen wieder mehrere Fälle durch Rückkehrer aus Schweden.

Um die eigene Wirtschaft wieder zu stärken, rief Haseloff die Bürger dazu auf, vor Ort bei regionalen Händlern zu kaufen, in Sachsen-Anhalt den Urlaub zu verbringen und auch wieder Theater, Kinos und Museen zu besuchen und touristische und gastronomische Angebote im Land zu nutzen. Es sei auch kontraproduktiv, Geld allein aus Vorsorgegründen auf die hohe Kante zu legen. "Wir brauchen Zuversicht und Zutrauen", sagte der Ministerpräsident. Ziel der Landesregierung sei es auch, am 27. August in das neue Schuljahr unter möglichst regulären Bedingungen zu starten.

Der Ministerpräsident dankte auch den Sachsen-Anhaltern. "Ihnen ist es zu verdanken, dass wir bislang in unserem Land glimpflich durch die Pandemie gekommen sind", sagte Haseloff. Mit Blick auf das hohe Durchschnittsalter der Bevölkerung in Sachsen-Anhalt hält der Regierungschef eine flächendeckende Grippeimpfung für notwendig. Er warnte davor, dass eine Grippewelle zeitgleich mit dem Corona-Virus auftreten könnte.



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