Haseloff: Rücknahme von Osterruhe richtig | Corona-Osterpause: Kretschmer übernimmt Mitverantwortung für Fehler

Magdeburg (epd). Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff hat die revidierte Entscheidung einer fünftägigen Osterruhe durch Bundeskanzlerin Angela Merkel (beide CDU) begrüßt. 

"Dies ist ein richtiger Schritt als Konsequenz aus den inzwischen offenkundig gewordenen Schwierigkeiten bei der rechtlichen und organisatorischen Umsetzung dieser Maßnahme", sagte Haseloff am Mittwoch in Magdeburg.

Zwar hätte die erst in der Nacht zu Dienstag beschlossene, fünftägige Osterruhe einen zusätzlichen Beitrag zur Eindämmung der Corona-Pandemie leisten können, sagte Haseloff. "Allerdings müssen wir auch immer im Auge behalten, was theoretisch denkbar und was praktisch umsetzbar ist", erklärte er. Die übrigen Beschlüsse der Bund-Länder-Runde werde Sachsen-Anhalt in einer neuen Verordnung umsetzen, die ab Montag gelten soll.

"Ungeachtet der entstandenen Irritationen bitte ich die Bürgerinnen und Bürger in Sachsen-Anhalt weiterhin alles zu tun, um die Ausbreitung des Virus zu erschweren", sagte Haseloff weiter: "Schützen Sie sich und andere durch konsequente Einhaltung der AHA-Regel." Nach Ostern wolle Sachsen-Anhalt mit Modellprojekten weitere Öffnungsschritte testen, erklärte er.

Der Beschluss zu dem verschärften Kurz-Lockdown, der unter anderem den Gründonnerstag als zusätzlichen, feiertagsähnlichen Ruhetag definieren sollte, hatte viele Fragen aufgeworfen, etwa zu Arbeitsrecht, Lieferketten und Postzustellung. Die Idee sei "mit bester Absicht entworfen worden", aber in der Kürze der Zeit nicht gut umsetzbar gewesen, sagte Merkel am Mittwoch in Berlin und nahm die Verantwortung dafür auf sich.

Corona-Osterpause: Kretschmer übernimmt Mitverantwortung für Fehler

Dresden (epd). Nach der Rücknahme der Corona-Osterruhe durch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) eine Mitverantwortung übernommen. Als Beteiligter an der Bund-Länder-Runde trage auch er persönliche Verantwortung für den Fehler, eine fünftägige Osterruhe durchsetzen zu wollen, sagte Kretschmer am Mittwoch im Plenum des sächsischen Landtages in Dresden.

"Zu den vielen richtigen Entscheidungen kommt eine Entscheidung, die nicht richtig war", sagte Kretschmer weiter. Die vor dem Hintergrund steigender Corona-Infektionszahlen geplante Ruhezeit vom 1. bis 5. April sei nicht ausreichend vorbereitet und geklärt gewesen.

Kanzlerin Merkel hat am Mittwoch die Regelung aus den jüngsten Bund-Länder-Beschlüssen gekippt und die alleinige Verantwortung dafür übernommen. Zunächst sollte Gründonnerstag (1. April) wie ein arbeitsfreier Feiertag behandelt werden.

"Die Sache stand unter keinem guten Stern", sagte Kretschmer. Es müssten nun andere Lösungen gefunden werden, um Infektionsketten zu unterbrechen. Die Landeregierung will am Montag eine neue Corona-Schutzverordnung beschließen. Sie soll vom 1. April an gelten.



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