Haseloff wirbt für Corona-Lockerungen

Magdeburg/Berlin (epd). Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hält weitere Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen für unumgänglich.

 "Wir haben harte Maßnahmen, aber diese können nicht ewig aufrechterhalten werden, wenn die Akzeptanz für unsere Corona-Politik nicht nachlassen soll", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstag). Die Menschen seien nach dem Lockdown erschöpft. "Daher sollten wir mehr erlauben, mit strengen Hygienemaßnahmen, Tests und Impfangeboten", sagte Haseloff.

Zugleich plädierte er dafür, nicht nur die Inzidenzwerte von 35 oder 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche als Kriterium heranzuziehen. Auch die Auslastung der Intensivstationen, die Impfquote oder die Teststrategie müssten beachtet werden. Besonders wichtig seien aber Motivation und Disziplin der Bevölkerung. "Vieles ist gesellschaftlich irgendwann ausgereizt", erklärte Haseloff. Die Menschen müssten auch wieder Kleidung kaufen oder ins Museum gehen dürfen: "Es gibt existenzielle Bedürfnisse, die befriedigt werden müssen."

Mit Blick auf die Bund-Länder-Beratungen am Mittwoch stellte Haseloff einen Stufenplan für Öffnungen in Aussicht. Ziel sei es, zu verhindern, "dass vieles in den illegalen Bereich wandert". Als Beispiel nannte er den Sport, wo Treffs von bis zu fünf Personen wieder zugelassen werden könnten, wenn die Vereine auf die Einhaltung der Hygieneregeln achteten. "Was wir im Moment machen, kann nicht dauerhaft so bleiben", betonte Haseloff. Wegen des regional sehr unterschiedlichen Infektionsgeschehens sei er aber gegen bundesweit einheitliche Regeln.



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