In Thüringen müssen täglich 2.800 Corona-Impfungen ausfallen

Erfurt (epd). Thüringen hofft auf eine schnelle Entscheidung zur Zukunft des Corona-Impfstoffes von Astrazeneca. 

Nach dessen Aussetzung durch das Bundesgesundheitsministerium am Montag hätten in den beiden Impfzentren in Erfurt und Gera 200 Impfdosen vernichtet und 1.100 Termine abgesagt werden müssen, sagte Sozialministerin Heike Werner (Linke) am Dienstag in der Landeshauptstadt. Jeder Tag ohne das Vakzin des britisch-schwedischen Herstellers bedeute 2.800 Absagen bereits vergebener Impftermine.

Das Ziel der Landesregierung, bis zum Osterfest zehn Prozent der Thüringer Bevölkerung zu impfen, sei unter diesen Rahmenbedingungen nicht zu erreichen. Am Dienstag waren nach Angaben des Ministeriums 8,6 Prozent der Thüringer zumindest einmal geimpft. Auch die Ausweitung der Verfügbarkeit der Impfstoffe auf die Hausarztpraxen sei gefährdet. Der Ausfall von Astrazeneca lasse sich nicht einfach durch die Angebote anderer Hersteller kompensieren, sagte Werner.

Sie selbst stehe der Verwendung des russischen Vakzins Sputnik V aufgeschlossen gegenüber, allerdings fehlten für dessen Einsatz in Deutschland die nötigen Genehmigungen. Ein Einsatz des Produktes von Johnson & Johnson sei noch nicht absehbar. Mit diesem Hersteller habe es noch keine Absprachen gegeben, sagte sie.

Auch wenn es zu den Gefährdungen, die bei der Verwendung des Impfstoffs von Astrazeneca aufgetreten sein sollen, nach ihrer Kenntnis in Thüringen bisher nicht gekommen sei, zeigte Werner Verständnis für den Impf-Stopp. Die Menschen erwarteten zu Recht nicht nur einen wirksamen, sondern auch einen sicheren Impfstoff, betonte sie.



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