Kretschmer schließt Lockdown der Wirtschaft aus

Dresden (epd). Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat ein komplettes Herunterfahren der Wirtschaft ausgeschlossen.

"Das wäre eine Katastrophe", sagte der Regierungschef am Montagabend in Dresden bei der Sendung "Fakt ist" des MDR-Fernsehen. "Wir müssen versuchen, mit den jetzigen Maßnahmen durchzukommen", betonte er. Eine Schließung der Betriebe oder gar das Einstellen des öffentlichen Nahverkehrs sei nicht geplant.

Der harte Lockdown zeige Wirkung und soll so beibehalten werden. Sachsen müsse gar nicht so viel nachschärfen, sagte Kretschmer mit Blick auf die Bund-Länder-Gespräche, die für Dienstag waren. Es gebe im Freistaat bereits den 15-Kilometer-Bewegungsradius und eine Ausgangssperre von 22 Uhr an. Gesprochen werden müsse über Konsequenzen für den Grenzverkehr. Dazu gebe es am Donnerstag ein Treffen der europäischen Staats- und Regierungschefs.

Für Sachsen kündigte Kretschmer an: "Wenn wir niedrige Zahlen haben, werden wir mit Lockerungen beginnen - in einem Stufenplan." Es sei nicht sinnvoll, alles an einem Datum wieder zu öffnen. Aber Deutschland könne auch nicht bis zum Sommer in einem Lockdown verharren. Eine Öffnung für die Gastronomie und Hotellerie erwartet der sächsische Landeschef allerdings nicht vor Ostern.

Zugleich verteidigte er in der MDR-Gesprächsrunde die Öffnung der sächsischen Schulen für mehr als 50.000 Mädchen und Jungen der Abschlussklassen. "Bildung ist eine der zentralen Aufgaben, neben der Wirtschaft. Deswegen tun wir das", sagte der CDU-Politiker. Diese Maßnahme sei "notwendig und richtig für die jungen Leute, die einen Berufsstart vor sich haben".



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