Landesbischof Kramer: Solidarität mit den Schwachen - Achtsamkeit statt Panik

Der Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), Friedrich Kramer hat vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie zu Solidarität mit den Schwachen und Gefährdeten aufgerufen.

„Wir brauchen Solidarität und gegenseitige Unterstützung, Besonnenheit und Geduld.“ Die Passionszeit sei von alters her eine besondere Zeit, die uns einlade „die gewohnten Bahnen zu verlassen durch Fasten, Beten und Reduzieren des Unnötigen zum Eigentlichen des Glaubens und des Lebens hindurch zu dringen. "Nun werden wir alle zu einer Fastenzeit gezwungen und sollten diese Fastenzeit nutzen.“ Kramer bat darum, nicht in Panik zu verfallen, sondern achtsam zu sein. „Die erzwungene Veränderung unseres Alltags kann eine Chance, ein Weg zu Veränderung werden, der neues Leben eröffnet. Weniger wird mehr sein.“

Evangelischer Bischof Bilz ruft zu neuen Formen des Miteinanders auf

Chemnitz (epd). Der neue evangelische sächsische Bischof Tobias Bilz hat angesichts der Coronavirus-Pandemie dazu aufgerufen, neue Wege für ein Miteinander zu suchen. In dieser besonderen Zeit könne Gemeinschaft in neuen Formaten gelebt und erlebt werden, betonte der Theologe am Sonntag nach Angaben der Landeskirche in einem Internet-Gottesdienst, der aus der Kirche von Kleinolbersdorf bei Chemnitz gesendet wurde.

Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens hatte am Samstag zur Eindämmung der Pandemie dazu aufgerufen, Gottesdienste abzusagen. Auch die Kirche müsse verantwortlich handeln und alles tun, um die schnelle Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, hieß es.

Das Absagen eines Gottesdienstes sei zwar schmerzlich für die Gemeinde, betonte Bilz. Es ermögliche jedoch vielleicht auch neue und kreative Idee, wie eine Gemeinde zusammenkommen und persönlich den Glauben leben könne. Der Glaube könne auch eine Herausforderung sein Dinge zu tun, die man sonst nicht mache.

Bischof Stäblein ruft zu Solidarität in Coronakrise auf

Berlin (epd). Der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz hat dazu aufgerufen, in der Coronakrise auf die "Grundtugenden des Lebens" zu setzen. Dazu gehöre neben Vorsicht und Gelassenheit vor allem, solidarisch und offen für die Sorgen anderer zu sein und sich selbst etwas zurückzunehmen, sagte Bischof Christian Stäblein am Samstag im Berliner RBB-Inforadio. Die Menschen müssten "mit dem Herzen und mit den Augen gucken, was braucht der andere", betonte der Theologe.

Es gehöre zum Wesen der Kirche, dies zu den Menschen zu tragen, betonte Stäblein. Gelassen zu bleiben sei zwar mitunter schwierig und könne nicht verordnet werden. Auch Austausch und Miteinander seien im Moment schwierig, würden jedoch auch medial möglich gemacht. Zu diesen Austauschmöglichkeiten gehöre auch "die gute alte Telefonseelsorge". Die Landeskirche biete zudem unter dem Twitter-Hashtag #wirsindda Möglichkeiten zum Austausch.

Wer allein sei und Hilfe brauche, könne sich auch an die Kirchengemeinden wenden, sagte Stäblein. Er könne nur dazu ermutigen, "dass man sich meldet, anruft, gerade auch wenn Schwierigkeiten sind". Die Kirchengemeinden vor Ort seien die "besten und schönsten Netzwerke" dafür, Trost und Hilfe zu organisieren, "wenn Menschen allein sind und Angst haben", sagte der Bischof.

Die Verunsicherung sei zwar in den Gemeinden genauso groß, wie überall in der Gesellschaft, betonte Stäblein: "Wir haben alle ein bisschen Sorge." Dies gehöre jedoch zum Leben dazu und müsse auch zugelassen werden können. Die Frühjahrstagung ihrer Synode Anfang April hat die Landeskirche vorsorglich abgesagt.

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