Lockdown: Diakonie fordert Essensgeld für bedürftige Kinder

Radebeul (epd). Angesichts der anhaltenden Schließung von Kitas und Schulen in der Corona-Pandemie fordert die sächsische Diakonie, Kindern aus bedürftigen Familien Geld für ein kostenfreies Mittagessen bereitzustellen.

Es müsse "einen sofortigen direkten finanziellen Ausgleich für die Kinder und deren Familien" geben, erklärte der evangelische Sozialträger am Montag in Radebeul bei Dresden.

"Kinder müssen auch dann zu Mittag essen, wenn sie nicht in Kita oder Schule sind", betonte Diakonie-Chef Dietrich Bauer. "Die Eltern können die Mehrkosten für eine ausgewogene Ernährung ihrer Kinder aus dem ohnehin schon viel zu niedrigen Regelsatz nicht aufbringen und Erspartes haben sie nicht", fügte er hinzu. Dies führe zu weiterem Spardruck und unzureichender Ernährung.

"Es kann nicht sein, dass die Mittel für das Mittagessen auf Kosten bedürftiger Kinder einfach eingespart werden", erklärte Bauer. Sie hätten einen Rechtsanspruch darauf. Die Diakonie fordere daher, Eltern "sofort unbürokratisch einen Zuschuss zu überweisen in Höhe der monatlich eingesparten Gelder". Dies entspreche einem Betrag von etwa 80 Euro pro Kind, erklärte der Diakonie-Chef.

Laut Diakonie ist zwar vorgesehen, dass bei coronabedingten Schließungen von Kitas und Schulen das ansonsten dort angebotene Essen nach Hause geliefert wird. In der Realität funktioniere dies jedoch nicht, "weil Schul-Caterer Kinder in aller Regel nicht einzeln zu Hause beliefern", erklärte die Diakonie. Folge sei, dass das Schulessen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket viele bedürftige Kinder nicht mehr erreiche.



Ähnliche Artikel