"Lockdown" ist "Anglizismus des Jahres 2020"

Berlin (epd). Das Wort "Lockdown" ist "Anglizismus des Jahres 2020".

Spätestens mit den Anti-Corona-Maßnahmen seit Oktober sei der Begriff fester Bestandteil des Deutschen, erklärte die Jury am Dienstag in Berlin. "Lockdown" bezeichne im Deutschen dabei eine Mischung aus Ausgangsbeschränkungen, Einschränkungen der Bewegungs- und Versammlungsfreiheit sowie Kontaktbeschränkungen bei gleichzeitigem Schließen öffentlicher Einrichtungen. Überzeugt habe die Jury an "Lockdown" seine schnelle Integration in den deutschen Wortschatz und das für Lehnwörter typische Eigenleben, sagte der Sprachwissenschaftler und Juryvorsitzende Anatol Stefanowitsch.

Zu Beginn von Covid-19 seien in Deutschland zunächst Umschreibungen wie "Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie" benutzt worden. Ab der zweiten Märzhälfte 2020 habe sich dann schnell das Wort "Lockdown" verbreitet, ab Oktober nochmals schneller. Inzwischen tauche es auch in zusammengesetzten Wörtern wie Lockdown-Regeln, Lockdown-Verstößen und Lockdown-Gegnern auf.

Im Englischen fand sich das Wort ab den frühen 1970er Jahren zunächst für Situationen, in denen Gefängnisinsassen ihre Zellen für einen längeren Zeitraum nicht verlassen durften. Insgesamt habe sich der Wortschatz des Deutschen im Zuge der Covid-19-Pandemie außergewöhnlich rasch erweitert. Daher setzte die Jury diesmal gleich fünf Begriffe gleichberechtigt auf den zweiten Platz, nämlich: Social Distancing, Superspreader, Homeoffice, Homeschooling und Shutdown.

Der "Anglizismus des Jahres" wird in Deutschland seit 2010 gekürt, 2019 war es "for future" im Zusammenhang mit der Erderwärmung.



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