Magdeburger Oberbürgermeister: Gebote besser als Verbote

Magdeburg (epd). Der Magdeburger Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) begrüßt den Vorschlag des thüringischen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Linke) zur Lockerung der Corona-Eindämmungsregeln.

"Die niedrigen Infektionszahlen geben weitere Lockerungen her", sagte Trümper am Montag in Magdeburg. Abstands- und Hygieneregeln seien natürlich weiterhin einzuhalten. Niedrige Infektionszahlen an sich seien kein Grund, leichtsinnig zu werden. Trotzdem plädiere er dafür, sich jetzt an dem Credo "Vertrauen und Gebote statt Verbote" zu orientieren.

Die niedrigen Infektionszahlen belegten, dass das Vertrauen in die Bevölkerung gerechtfertigt sei, so Trümper. "Das vernünftige Verhalten der Menschen hat insgesamt genauso viel gebracht wie der Lockdown seit Mitte März." Das belegten die Zahlen aus Magdeburg. Im April habe es nur 19 Covid-19-Erkrankungen und im Mai bisher keine einzige gegeben. "Es kann sein, dass die Corona-Pandemie zu einer Epidemie wird, der Sars-CoV-2-Erreger also über mehrere Jahre aktiv bleibt", sagte der Oberbürgermeister. Das spreche dafür, auf die Eigenverantwortung der Menschen zu setzen statt auf Dauerverbote.

Ramelow hatte am Wochenende vorgeschlagen, die allgemeinen Corona-Beschränkungen in seinem Bundesland aufzuheben und die Verantwortung für das weitere Handeln den Landkreisen und kreisfreien Städten zu überlassen. Trümper begrüßte dies: "Übergibt man den Landräten und Oberbürgermeistern die Verantwortung, kann die Landesregierung davon ausgehen, dass die Politiker vor Ort ein höchstes Interesse daran haben, dass in ihren Kommunen die Gesundheit immer im Vordergrund steht."



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