Ministerpräsident Kretschmer: "Wir müssen handeln" | Hohe Infektionszahlen in weiten Teilen von Sachsen

Dresden (epd). Wegen der anhaltend hohen Corona-Infektionszahlen hat das sächsische Kabinett Ausgangsbeschränkungen und Alkoholverbot in Hotspots vom 1. Dezember an beschlossen.

Sie würden ab einem Inzidenzwert von mehr als 200 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner im 7-Tages-Schnitt gelten, sagte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Freitagabend nach einer Kabinettssitzung in Dresden. Diese Zahl sei aktuell in zehn von 13 Landkreisen und kreisfreien Städte erreicht. Nur Leipzig und die Landkreise Meißen und Leipzig liegen noch darunter.

Mit den Ausgangsbeschränkungen dürfe die eigene Wohnung nur noch aus einem triftigen Grund verlassen werden, etwa zur Schule, zur Arbeit, zum Arzt und zum Einkaufen. "Wir müssen handeln", betonte der Ministerpräsident. Die Belastungsgrenze für die Krankenhäuser sei erreicht. Auch Kontakte seien weiter zu beschränken. Ein Verbot für die Alkoholabgabe und den Alkoholkonsum auf bestimmten öffentlichen Plätzen gilt ab einer Inzidenz von mehr als 200.

Es komme jetzt auf jeden Einzelnen an, diese Maßnahmen mitzutragen. "Wir können keine Beschränkung mehr lockern, wir brauchen mehr Einschränkung", sagte Kretschmer. Er bitte die Sächsinnen und Sachsen "inständig, dass sie diesen Weg mitgehen". Es fehle mitunter immer noch an Sensibilität für die Pandemie-Situation. "Wir brauchen mehr Umsicht", sagte Kretschmer.

Laut Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) entwickeln sich die Infektionszahlen in Sachsen sehr dynamisch. Am Freitag waren im Freistaat 52.214 Menschen positiv auf das Corona-Virus getestet worden, 2.804 mehr als am Tag zuvor. 61 Covid-19-Patienten sind innerhalb von 24 Stunden gestorben. Köpping kündigte auch einen verstärkten Einsatz von Schnelltests an.

Kirchen müssen für Gottesdienste weiterhin ein ausgefeiltes Hygiene-Konzept vorlegen. Konkrete Besucherzahlen oder Obergrenzen werden laut Köpping aber nicht vorgegeben. Die Höhe der Besucherzahlen regelt sich wie bisher nach den Abstandsregelungen. "Das ist ein großes Vertrauen, weil wir wissen, dass die Kirchen zu Weihnachten sehr stark besucht sind", sagte die Ministerin. Singen im Gottesdienst ist Köpping zufolge nicht mehr möglich. Das sei ein "starker Eingriff", aber eine "gute Regelung".

Der Präsenzunterricht an sächsischen Schulen soll zwar Priorität haben. In den Hotspots könnten aber Schulen vorübergehend geschlossen werden oder aber es greife das Wechselmodell zwischen Einrichtung und Lernen zu Hause. Die neue Corona-Schutzverordnung in Sachsen gilt vom 1. bis zum 28. Dezember. Über die Weihnachtszeit sollen laut Köpping Kontaktbeschränkungen gelockert werden.



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