Mit Mundschutz in den Gottesdienst | Sächsische Landeskirche legt Corona-Schutzkonzept vor

Dresden (epd). Für die in Sachsen seit Montag erlaubten kleineren Gottesdienste in der Corona-Krise hat die sächsische Landeskirche jetzt ein Schutzkonzept vorgelegt.

Es regelt grundsätzliche Voraussetzungen sowie Zugangsbeschränkungen für Veranstaltungen bis zum 3. Mai, teilte das sächsische Landeskirchenamt am Donnerstag in Dresden mit. Demnach dürfen maximal 15 Menschen an den kirchlichen Versammlungen teilnehmen.

Von den Gottesdienstbesuchern werde das Abstandhalten von mindestens eineinhalb Metern sowie das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes erwartet. Kirchgemeinden könnten an einem Tag mehrere Gottesdienste hintereinander anbieten oder parallel in verschiedenen Räumen. Als zeitlicher Umfang werden 30 Minuten vorgeschlagen.

Der Besucherverkehr soll mit einem Anmeldesystem beziehungsweise Sitzplatzreservierungen geregelt werden. Jeweils zur Wochenmitte werde geklärt, mit wie vielen Gottesdienstbesuchern zu rechnen sei. "Die unbedingte Beschränkung der Teilnahmezahl soll behutsam und taktvoll durchgesetzt werden", heißt es in der Vorlage. Zeitliche Alternativen seien aufzuzeigen. Menschen mit Corona-typischen Krankheitssymptomen können dagegen nicht teilnehmen.

Die gebotenen Möglichkeiten setzten auf die Eigenverantwortung der Kirchgemeinden, jedes Ansteckungsrisiko sei strikt zu vermeiden, hieß es. Daher sei es erforderlich, hygienische Vorsichtsmaßnahmen konsequent umzusetzen. Für die Vorbereitung und Realisierung der Versammlungen wird den Kirchgemeinden eine Checkliste an die Hand gegeben.

Zu den Rahmenbedingungen gehörten auch das Anbringen von Hinweisschildern mit den Pandemie-Maßnahmen, getrennte Zu- und Ausgänge, das Desinfizieren und Reinigen von Kontaktflächen sowie die Verteilung von Liedblättern statt Gesangbüchern. Gottesdienste für Kinder ohne Teilnahme ihrer Sorgeberechtigten könnten weiterhin nicht angeboten werden.

Für viele Kirchgemeinden in Sachsen könne die Öffnung trotz aller notwendiger Sicherheitsmaßnahmen ein erster Schritt zur Normalität sein, hieß es. Für andere wie beispielsweise die Dresdner Frauenkirche mit einem hohem Besucheraufkommen sind die Einschränkungen aber keine Option.

Aus den Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie würden sich "zahlreiche seelsorgerliche Fragen" ergeben, die nicht in einer Vorlage erörtert werden könnten. Daher seien "Wege zu finden, Patientinnen und Patienten nicht aus der Gemeinde auszugrenzen und dabei gleichzeitig den Schutz der anderen Gemeindeglieder wie auch von Seelsorgenden zu gewährleisten", hieß es.

Sächsische Kirchgemeinden reagieren unterschiedlich auf die Corona-Lockerungen für Gottesdienste. In der Leipziger Thomaskirche werden erst einmal weiter keine öffentlichen Gottesdienste gefeiert. Dagegen planen die Kreuzkirche und die Martin-Luther-Kirche in Dresden an den nächsten beiden Sonntagen Gottesdienste mit Anmeldungen.

Etliche Gemeinden setzen auf mehrere aufeinanderfolgende Kurzgottesdienste. Entsprechende Pläne gibt es in Dresdner Kirchen aber auch in Bischofswerda, Glauchau, Freiberg und in der Region Großenhain. Zudem denken etliche Kirchen über kurze Formate auch in der Woche nach.



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