Nur jeder vierte Schüler verfügt über eigenen Computer

Erfurt (epd). Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke) hat davor gewarnt, infolge der Corona-Pandemie die Ausgaben für Schulen und Lehrer zu kürzen.

Die vergangenen Wochen der Corona-Pandemie hätten nachdrücklich gezeigt, dass der Präsenzunterricht "durch nichts zu ersetzen ist", sagte er am Dienstag in Erfurt. Sein Ministerium arbeite daran, dass nach dem Ende der Sommerferien am 31. August der Regelbetrieb an den Schulen wieder aufgenommen werden kann.

Holter stellte erste Ergebnisse einer nichtrepräsentativen Online-Umfrage zum Distanzunterricht vor, an der sich im Juni nach seinen Angaben 5.729 Eltern und 13.234 Schüler beteiligten. Im Mittel hätten sich danach die Schüler pro Wochentag 3,5 Stunden mit Unterrichtsaufgaben beschäftigt. Der übergroße Teil von ihnen - 60 Prozent - habe angegeben, einmal in der Woche neue Aufgaben zu erhalten. 9,3 Prozent seien von ihren Lehrern täglich mit neuem Stoff versorgt worden. 10,8 Prozent hätten angegeben, weniger als einmal in der Woche von ihren Lehrern zu hören.

Großen Nachholbedarf sah Holter bei der technischen Ausstattung der Schüler. In fast zwei Dritteln der Familien - 63,2 Prozent - hätten sich Kinder die Endgeräte mit ihren Eltern und Geschwistern teilen müssen. Nur etwa jedes vierte Kind - 27,1 Prozent - nutze einen eigenen Computer. Das unterstreiche die Dringlichkeit der Umsetzung des mit dem Bund verabredeten Digitalpaktes. In Thüringen verzögere der Landkreistag unter Verweis auf nötige Gremiensitzungen die Umsetzung des Paktes, bedauerte der Minister. Er forderte die kommunale Vertretung auf, schneller zu Ergebnissen zu kommen.



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