Ramelow beschwört Solidarität der Thüringer | Haseloff fordert Verantwortung für Mitmenschen in der Corona-Krise

Erfurt (epd). Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat die Thüringer in einer Regierungserklärung um Disziplin gebeten. 

Der Erfolg der aktuellen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Epidemie werde umso größer, wenn alle an einem Strang ziehen würden, sagte er laut Redemanuskript am Dienstag im Thüringer Landtag. Um die geltenden Vorschriften einhalten zu können, war das Parlament zu seiner Beratung erneut in den Parksaal der Arena Erfurt umgezogen.

Voraussichtlich am 16. November würden die Länder mit dem Bund überprüfen, welche der Maßnahmen dann noch verhältnismäßig seien und welche nicht. "Hierbei werden wir insbesondere auch die Kultureinrichtungen, allen voran die Museen in den Blick nehmen", versprach der Linken-Politiker die Fortsetzung des "Thüringer Weges". Er bedeute "so viel bundesweite Einheitlichkeit wie nötig - so viel föderale Eigenständigkeit wie begründet möglich ist".

Er halte dabei den Ansatz der "Gebote" statt der "Verbote" weiter für richtig, sagte Ramelow. Die Verhältnismäßigkeit des Pandemiemanagements zeige sich auch darin, Ungleiches nicht gleich zu behandeln. "Der Thüringer Weg ist deshalb ein Weg neben 15 weiteren Wegen unseres föderalen Bundesstaates", so der Ministerpräsident.

Alle wollten Weihnachten mit ihren Familien in Gesundheit und Sicherheit verbringen und Silvester mit Optimismus in das neue Jahr schauen. Dafür müssten sich jetzt auch alle anstrengen, betonte Ramelow. "Lassen Sie uns das Beste aus den kommenden vier Wochen machen. Stehen wir erneut zusammen. Solidarisch und gemeinsam", appellierte der Ministerpräsident.

Haseloff fordert Verantwortung für Mitmenschen in der Corona-Krise

Magdeburg (epd). Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hat die Menschen in Sachsen-Anhalt eindringlich zur Einhaltung der Corona-Einschränkungen aufgefordert. "Nehmen Sie Verantwortung für Ihre Mitmenschen wahr! Befolgen Sie die beschlossenen Maßnahmen! Lassen Sie uns gemeinsam zurück auf den Sachsen-Anhalt-Weg finden!", sagte er am Dienstag in Magdeburg in einer Regierungserklärung. Jeder müsse seinen Beitrag leisten, um das Land gut durch diese bisher noch nicht erlebte Krise zu bringen.

Er könne den Unmut, die Sorgen und die Enttäuschung vieler Menschen über die neuerlichen Beschränkungen gut verstehen. "Keine Einrichtung und kein Betrieb soll länger geschlossen, keine Veranstaltung länger untersagt bleiben, als es zur akuten Bekämpfung der Pandemie notwendig ist", versprach der CDU-Politiker.

Die Lage sei dramatisch. Es gebe derzeit eine nicht erwartete Beschleunigung in der Verbreitung des Virus. Auch in Sachsen-Anhalt könnten rund drei Viertel der Neuinfektionen nicht mehr nachverfolgt werden, räumte Haseloff ein. Zudem habe sich die Zahl der innerhalb von sieben Tagen je 100.000 Einwohnern Neuinfizierten seit Anfang Oktober verachtfacht.

Auch wenn sich die Lage in Sachsen-Anhalt besser als anderswo darstelle, sei eine deutliche Zunahme der Fälle zu erwarten. Die beschlossenen Maßnahmen sehe er auch als ein Zeichen der Solidarität gegenüber den stärker betroffenen Ländern, so Haseloff. Ziel sei es, die Zahl der Kontakte möglichst schnell um bis zu 75 Prozent zu senken. Alle hätten die Wirksamkeit von Kontaktbeschränkungen in der ersten Zeit der Pandemie gesehen, sagte der Ministerpräsident.



Ähnliche Artikel