Ramelow: Dürfen nicht übermütig werden

Erfurt (epd). Die Verordnung zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie soll in Thüringen zunächst bis zum 25. Mai weiter gelten.

Allerdings stellte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) am Donnerstagabend nach einer Videokonferenz mit seinen Amtskollegen in den Ländern und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) weitere Lockerungen in Aussicht. Darüber wollte er noch am Abend mit seinem Kabinett entscheiden, sagte Ramelow.

Er verteidigte die zum Teil drastischen Einschnitte in das Leben der Thüringer als notwendig. Sie hätten den Menschen im Freistaat Erfahrungen wie in Italien oder Spanien erspart. Da es weiterhin keine pharmakologische Antwort auf das Virus gebe, bleibe nur die simple mechanische. Das bedeute in erster Linie, zu viel Nähe und größere Menschenansammlungen zu verhindern. Nur so sei es gelungen, dass Thüringen weit unter den Fallzahlen im europäischen Maßstab geblieben sei.

Allerdings zeige die Situation im besonders betroffenen Landkreis Greiz, wo das Infektionsgehen nach Angaben Ramelows von zwei Familienfesten ausging, wie fragil die Situation noch immer sei. "Wir dürfen jetzt nicht übermütig werden", stimmte der Ministerpräsident die Thüringer auf anhaltende Einschränkungen ein. Es sei daher auch noch nicht die Zeit, wieder Jugendweihen oder Konfirmationen zu feiern.

Wenn die ergriffenen Maßnahmen weiter Wirkung zeigten, sehe er nach Pfingsten Chancen, auch wieder zu verreisen. Allerdings könne der Aufenthalt in einem Hotel auch dann nur unter Wahrung strenger hygienischer Regeln geschehen. Ein gemeinschaftliches Buffet etwa werde es auf absehbare Zeit in den Hotels nicht geben.



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