Sachsen setzt über Ostern auf Kontaktbeschränkungen | Gottesdienste möglichst virtuell - Osterreiten noch nicht geklärt

Dresden (epd). Sachsen will die Osterfeiertage nutzen, um die rasant steigenden Corona-Infektionszahlen nach unten zu drücken.

Der Freistaat folgt dabei den aktuellen Bund-Länder-Beschlüssen und setzt auf strikte Kontaktbeschränkungen. Angesichts der Infektionsdynamik müssten diese Tagen dafür genutzt werden, die aktuelle Welle zu brechen, sagte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in Dresden. Diesen Weg müssten auch Unternehmerinnen und Unternehmer akzeptieren, auch wenn es schwer falle.

Der 1. und 3. April sind coronabedingt demnach in diesem Jahr sogenannte Ruhetage, Gründonnerstag ist arbeitsfrei. Über Verdienstausfälle in den Unternehmen muss laut Kretschmer noch gesprochen werden. Privat sollen sich nur zwei Haushalte mit maximal fünf Personen treffen dürfen, Kinder bis 14 Jahre werden nicht mitgezählt. Die neue Corona-Schutzverordnung soll für Sachsen am Montag beschlossen werden und am 1. April in Kraft treten.

"Der Weg ist kein leichter, er ist unpopulär", sagte Kretschmer. Aber es gebe die Chance, die Zahlen nach unten zu drücken. Das Infektionsgeschehen einfach laufenzulassen, wäre nicht verantwortlich.

Die aktuelle Entwicklung der Corona-Zahlen führe in sehr kurzer Zeit zu einer Überlastung der Krankenhäuser, sagte Kretschmer. An diesem Punkt sei die Notbremse zu ziehen. Vom 1. bis 5. April sollen auch keine Versammlungen im öffentlichen Raum erlaubt sein. Kirchen sind aufgerufen, Ostergottesdienste möglichst nur virtuell zu feiern.

Die sächsische Landesregierung werde dazu auch noch Gespräche mit den jeweiligen Vertretern führen. Er habe keine Zweifel daran, dass Kirchen und Religionsgemeinschaften in der Pandemie auch weiterhin verantwortungsvoll handeln werden, sagte Kretschmer.

Für das traditionelle Osterreiten gebe es noch keine abschließende Lösung. Auf jeden Fall dürfe es keine öffentlichen Ansammlungen von Menschen in diesem Zusammenhang geben. "Ich spüre an vielen Stellen die Sorgen, die Erschöpfung in der Bevölkerung, ich sehe Belastungen für Unternehmen und Einzelpersonen", sagte Kretschmer. Auch führten Ungerechtigkeiten, die in dieser Zeit passieren, dazu, dass die Menschen mürbe werden.

Der Landeschef appellierte aber zugleich an die Menschen, so viel wie möglich Zeit zu Hause zu verbringen. Es müsse zu einer Beruhigung kommen, um nach Ostern einen neuen Weg mit viel Testen gehen zu können.

Bund und Länder hatten sich in der Nacht zu Dienstag auf eine Verlängerung des Lockdowns in Deutschland bis zum 18. April geeinigt. Lockerungen für Gastronomie und Tourismus soll es demnach nicht geben. Impfzentren bleiben weiterhin offen.

In Sachsen liegt der Inzidenzwert laut Robert Koch-Institut bei 156. Es ist der derzeit zweithöchste im Bundesgebiet nach Thüringen. Bundesweit ist der Wert bei 108. In einigen sächsischen Landkreisen gibt es sogar mehr als 400 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner an sieben Tagen. Nur Leipzig und Dresden sind noch unter dem Wert 100.



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