Sachsen streicht Beherbergungsverbot

Dresden (epd). Sachsen hebt mitten in der Corona-Krise das Beherbergungsverbot für Besucher aus Risikogebieten auf.

Das teilte das Gesundheits- und Sozialministerium am Donnerstag in Dresden nach Gesprächen der Landesregierung mit Landräten und Bürgermeistern mit. Die Regelung solle mit Beginn der Herbstferien von Samstag an gelten. Übernachtungen in sächsischen Beherbergungsstätten seien dann wieder uneingeschränkt möglich. "Das Beherbergungsverbot hat sich in der Praxis nicht bewährt", sagte Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) zur Begründung.

Zuvor hatte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) bei dem Treffen der Ländervertreter mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch dafür geworben, dass das Beherbergungsverbot in Corona-Hotspots erst ab 100 Infektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen greifen soll. Derzeit gilt die Regelung bereits bei 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche. Auch in Baden-Württemberg wurde am Donnerstag das Beherbergungsverbot vom Verwaltungsgerichtshof außer Vollzug gesetzt.

Unterdessen fordert die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina ein konsequenteres gemeinsames Vorgehen der Bundesländer. "Das föderale System in Deutschland hat sich in der Pandemie bisher als belastbar und in mancher Hinsicht als vorteilhaft erwiesen", heißt es in einer am Donnerstag in Halle verbreiteten Erklärung. In der jetzt flächendeckend eskalierenden Situation gelte es jedoch, "nachvollziehbar und koordiniert zu handeln, um Gefahren für die Allgemeinheit abzuwenden und einen neuen Lockdown zu verhindern".



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