Sachsen will Corona-Lernlücken mit Aufholprogramm schließen

Dresden (epd). Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU) will coronabedingten Lernrückständen mit verpflichtenden Nachhilfeangeboten begegnen.

 „Ich bin überzeugt, dass wir die Defizite ab dem nächsten Schuljahr aufholen können. Möglicherweise brauchen wir noch ein zweites Schuljahr dafür“, sagte Piwarz der in Chemnitz erscheinenden „Freien Presse“ (Dienstag).

Zu Beginn des nächsten Schuljahres würden individuelle Rückstände über Testaufgaben ermittelt werden. Die Lehrer sollen feststellen, ob es Probleme für ganze Klassen oder einzelne Schüler gibt. Dementsprechend würden „unterrichtsergänzende und unterrichtsintegrierte Förder- und Nachhilfeangebote“ an allen Schulen angeboten. Die Pläne müssten aber „nicht zwingend“ zu verlängerten Stundenplänen für Schüler führen.

„Mit verpflichtenden Angeboten wollen wir diejenigen erreichen, die es wahrscheinlich am nötigsten haben, auf freiwillige Unterstützungsleistungen aber eher verzichten würden“, sagte der Minister. Er räumte aber auch ein: „Wir müssen aufpassen, dass wir die Kinder nicht überfordern.“ In diesem Zusammenhang sprach er sich zudem dafür aus, dass Lehrerinnen und Lehrer nicht um jeden Preis Noten geben müssten.

Sachsen erhält vom Bund allein für den Abbau individueller Lernrückstände in diesem und im nächsten Jahr eine finanzielle Unterstützung von 47,5 Millionen Euro.



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