Sachsen will gesellschaftliches Leben in Corona-Zeiten ermöglichen | Weitere Auflagen werden mit Ferienbeginn am Samstag gelockert

Dresden (epd). Sachsen will unter bestimmten Umständen weitere Corona-Auflagen fallenlassen.

"Wo immer es möglich ist, wollen wir das gesellschaftliche Leben wieder zulassen", sagte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Dienstag in Dresden. Im Freistaat gebe es ein extrem niedriges Infektionsgeschehen. Dennoch gelte es, vernünftig und verantwortungsvoll zu agieren.

Nach einem Kabinettsbeschluss sollen vom 1. September an wieder Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Personen erlaubt sein. Das gelte auch für Theater, Opern, Kinos oder Kirchen sowie Sportveranstaltungen, sagte Sozialministerin Petra Köpping (SPD). Allerdings werde dafür jeweils ein genehmigtes Hygienekonzept und die Möglichkeit der Kontaktnachverfolgung aller Teilnehmenden benötigt.

Die neue sächsische Corona-Schutzverordnung gilt vom 18. Juli bis 31. August. Laut Kretschmer bleibt es vorerst beim Mund- und Nasenschutz beim Einkauf und im öffentlichen Nahverkehr sowie bei einem Mindestabstand von 1,50 Meter. Bis zum 31. August sind bei Veranstaltungen weiterhin nur bis zu 1.000 Besucher und Besucherinnen zugelassen.

Das sächsische Kabinett hatte am Dienstag weitere Corona-Lockerungen beschlossen. Demnach sind laut Köpping in Vereinen und Unternehmen wieder Veranstaltungen mit bis zu 50 Menschen erlaubt. Bei Familienfeiern bleibt es bei bis zu 100 Teilnehmenden. Öffnen dürften aber auch wieder Jahrmärkte, Volks- und Weinfeste. Als erstes größeres Fest eröffnet Ministerpräsident Kretschmer am Mittwoch den Schlesischen Töpfermarkt in Görlitz.

Nach den Sommerferien wechseln vom 31. August an sächsische Schulen wieder in den Normalbetrieb. Bis dahin sind zudem laut Kultusministerium weitere Lockerungen bei den Veranstaltungen vorgesehen, etwa für die Schuleinführungsfeiern am 29. August.

Auch mit Blick auf die freiwilligen Lernangebote der Sommerschulen gebe es weitere Erleichterungen. So könnten auch externe Partner die Schulen betreten. Laut Köpping sind zudem Ferienlager und Ferienangebote mit Hygienekonzepten möglich.

In Theatern, Kinos, Opern, Kongresszentren, Kirchen, Musikclubs und Zirkussen kann laut Köpping ab Samstag der Mindestabstand verringert werden, wenn es eine verpflichtende Kontaktverfolgung und ein genehmigtes Hygienekonzept gibt. Auch Tanzvereine und Tanzschulen könnten ihre Arbeit wieder aufnehmen, sagte die Ministerin.

In Reisebussen muss laut neuer sächsischer Verordnung ein Mund- und Nasenschutz nur dann getragen werden, wenn der Mindestabstand von 1,50 Meter nicht eingehalten werden kann. Ab 18. Juli sind Sportwettkämpfe mit Publikum bis 1.000 Personen wieder zulässig, wenn ein genehmigten Hygienekonzept vorliegt. Für Wettkämpfe im Breiten- und Vereinssport mit bis zu 50 Gästen müsse aber kein extra Konzept genehmigt werden, hieß es.

In Sachsen waren bis Dienstagmittag laut Köpping 5.473 Personen positiv auf das Coronavirus getestet. Etwa 5.200 Personen seien von der Infektionskrankheit Covid-19 genesen.

Reiserückkehrer aus dem Ausland können sich der Ministerin zufolge voraussichtlich ab Ende nächster Woche freiwillig testen lassen. Menschen aus Risikogebieten, die nach Sachsen zurückkommen, sollten sich ihrer Ansicht nach generell einem Corona-Test unterziehen.



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