Sachsens Impfzentren bleiben bis Ende September offen | Weitere 52 Millionen Euro für den Betrieb notwendig

Dresden (epd). Sachsens Landesregierung will die Corona-Impfzentren bis mindestens Ende September offen halten.

"Wir wollen flexibel bleiben, auch wenn die Impfbereitschaft sinken sollte“, sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag in Dresden. Ein Grund für die Verlängerung des Betriebes sei, dass es momentan keine zuverlässige Lieferung angekündigter Impfdosen in den Arztpraxen gebe.

Zudem bestehen Köpping zufolge regionale Unterschiede bei der Beteiligung von niedergelassenen Ärzten und Ärztinnen an der Impfkampagne. Daher brauche es „einen stabilen Faktor“. Die sachsenweit 13 Impfzentren sowie die mobilen Teams sollen Unterschiede und Unwägbarkeiten ausgleichen. Zunächst sollten die zehn Zentren in den Landkreisen bis Ende Juli offen bleiben und die drei in den Städten Dresden, Chemnitz und Leipzig bis Ende August.

Die Verlängerung des Betriebes der Impfzentren kostet Köpping zufolge weitere 52 Millionen Euro, die Hälfte übernehme der Bund. Ob die sächsischen Zentren für Auffrischungsimpfungen von Oktober an einsatzbereit bleiben, ist noch offen.

Von den rund 3,7 Millionen impfberechtigten Sachsen wollen sich laut Köpping knapp 70 Prozent impfen lassen. Bisher sind 238 Millionen Euro in die Impfzentren geflossen, 50 Prozent sind Bundesmittel. Pro Woche können etwa 120.000 Impfungen in den Zentren einschließlich der 30 mobilen Teams vorgenommen werden.

Sachsen plant vom 1. Juli an eine neue Corona-Schutzverordnung. Dort sollen dann auch eine Untergrenze für Erleichterungen (bei Inzidenzwerten unter zehn) beziehungsweise eine Obergrenze für Verschärfungen (bei Inzidenzwerten über 100) fixiert werden. Eine Maskenpflicht in geschlossenen Räumen soll weitgehend beibehalten werden.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hatte bereits angekündigt, dass Impfzentren länger als zunächst geplant offen bleiben. Zudem sprach er sich für Mindestabstand sowie Masken in Innenräumen aus.

„Corona ist noch nicht zu Ende“, sagte Kretschmer in einem Interview mit MDR aktuell. „Wir haben erlebt, wir können dem Virus nicht unseren Willen aufzwängen“, betonte er. Es gelte, vorsichtig zu sein, aber nicht ängstlich. Im Sommer sei vieles möglich.

Sachsenweit lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstag bei 11 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Keiner der Landkreise und keine kreisfreie Stadt lag über einem Inzidenzwert von 35.



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