Städte und Gemeinden besorgt über Corona-Zahlen

Frankfurt a.M. (epd). Angesichts der anhaltend hohen Corona-Zahlen fordern Städte und Kommunen zielgerichtete und lokal angepasste Reaktionen.

Städtetagspräsident Burkhard Jung (SPD) sprach sich am Montag im ARD-"Morgenmagazin" für regionale Verschärfungen der Corona-Schutzmaßnahmen aus. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund stellte die angekündigten Lockerungen über die Feiertage infrage.

"Wir werden in Deutschland insgesamt darüber sprechen müssen, ob die geplanten Lockerungen für Weihnachten und Silvester tatsächlich richtig sind", sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg, der "Rheinischen Post" (Montag). Sie führten unweigerlich zu weiteren Kontakten und zusätzlichen Reiseaktivitäten und stellten damit ein Risiko für einen Anstieg der Neuinfektionen dar. Daher sollte man abwarten, wie sich die Zahlen in den nächsten anderthalb Wochen entwickeln.

Da in einigen Bundesländern die Hotspots zunähmen, sei es nachvollziehbar, dass die bayerische Staatsregierung die einschränkenden Maßnahmen verschärfe, sagte Landsberg. Wechselunterricht in den Schulen, eine verstärkte Maskenpflicht und Besuchsvorschriften für Alten- und Pflegeeinrichtungen sowie das Vorschreiben von FFP2-Masken könnten dazu beitragen, die Zahl der Neuinfektionen zu reduzieren.

Städtetagspräsident Jung (SPD) erklärte: "Wenn eine Inzidenz erreicht ist von über 200 oder jetzt in Sachsen insgesamt von über 300, dann ist es dringend geboten, auch noch einmal für einige Wochen einen stärkeren Lockdown zu machen." Anders sei die Infektionslage nicht in den Griff zu bekommen. Vor allem die Lage in den Krankenhäusern verschärfe sich, sagte Jung: "Das kann nicht im Sinne unserer aller Gesundheit sein."

In der Nacht zum Montag meldete das Robert Koch-Institut 12.332 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden. Am Montag vor einer Woche waren mehr als 1.000 Neuinfektionen weniger festgestellt worden.

147 weitere Menschen starben an oder mit dem Virus. Deutschlandweit stieg die Sieben-Tage-Inzidenz, die die Zahl der neuen Infektionen auf 100.000 Einwohner angibt, auf 146. Die regionalen Unterschiede sind groß. Bis zu einer Inzidenz von 50 gilt die Lage behördlicherseits als beherrschbar, darüber hinaus sind Gesundheitsämter nicht mehr in der Lage, Infektionsketten nachzuvollziehen.



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