Stiftung: Lage für depressive Menschen deutlich verschlechtert

Mainz/Leipzig (epd). Die Situation depressiver Menschen hat sich nach Angaben der Stiftung Deutsche Depressionshilfe in der Corona-Pandemie deutlich verschlechtert.

In einer Umfrage unter 5.000 Menschen habe mehr als die Hälfte der depressiv Erkrankten angegeben, dass ihre medizinische Versorgung schlechter geworden sei, sagte der Stiftungsvorsitzende Ulrich Hegerl am Donnerstag im ZDF-"Morgenmagazin".

Gründe seien unter anderen die Absage von Behandlungen und der Ausfall von Selbsthilfegruppen. "Das wird massive gesundheitliche Konsequenzen haben für diese Menschen", sagte der Psychiater. Die Krankheitsverläufe würden ungünstiger sein, auch aufgrund des Wegfalls von Sport und weiteren Faktoren. Die Stiftung hat ihren Sitz in Leipzig.

Die Nachfrage bei Psychiatern und psychologischen Psychotherapeuten sei gestiegen, etwa aufgrund von Stress, Partnerschaftskonflikten und familiärer Gewalt, erklärte Hegerl. In der Pandemie seien auch Online-Therapien als Ergänzung intensiv genutzt worden. Sie würden auch in Zukunft eine wichtigere Rolle spielen, seien jedoch kein vollwertiger Ersatz für herkömmliche Gesprächstherapien.



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