Studie: Corona-Maßnahmen haben massive Folgen für Depressive

Leipzig (epd). Jeder zweite an Depression Erkrankte erlebt in der Corona-Pandemie einer Umfrage zufolge massive Einschränkungen in der Behandlung.

So berichteten 48 Prozent der Befragten, dass Behandlungstermine beim Facharzt oder Psychotherapeuten ausgefallen seien, teilte die Stiftung Deutsche Depressionshilfe in ihrem am Dienstag in Leipzig veröffentlichten vierten "Deutschland-Barometer Depression" mit. Für einen Teil der Patienten seien allerdings Telefon- und Videosprechstunden eine gute Alternative. An der Online-Befragung nahmen im Juni und Juli mehr als 5.000 Personen zwischen 18 und 69 Jahren teil.

Menschen mit Depression sind der Umfrage zufolge deutlich stärker von den Folgen der Corona-Maßnahmen betroffen als die Allgemeinbevölkerung: Depressive hatten zwar nicht mehr Angst, sich mit dem Corona-Virus anzustecken als die Allgemeinbevölkerung (43 versus 42 Prozent), die Einschränkungen wurden aber von ihnen als belastender erlebt (74 versus 59 Prozent). So leiden Betroffene fast doppelt so häufig unter der fehlenden Tagesstruktur wie die Allgemeinbevölkerung (75 versus 39 Prozent), wie aus der Erhebung hervorgeht. "Eine fehlende Tagesstruktur erhöht das Risiko, dass sich Betroffene grübelnd ins Bett zurückziehen. Lange Bettzeiten können die Depression jedoch weiter verstärken", erklärte Ulrich Hegerl, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe.



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