Telefonseelsorge: Deutlich mehr Beratung via Mail und Chat

Berlin (epd). Die Corona-Pandemie hat deutliche Auswirkungen auf die Arbeit der Telefonseelsorge in Deutschland. 

Auffällig sei die deutliche Steigerung der Beratungskontakte per Mail und Chat, unter den Beratungsthemen sei "Einsamkeit der Spitzenreiter", heißt es in einer am Dienstag in Berlin veröffentlichten Auswertung der Jahresstatistik 2020: "Auch beim Thema Suizidalität gab es - entgegen bisheriger Erkenntnisse - eine Steigerung." Insgesamt habe es gegenüber 2019 erkennbare Verschiebungen gegeben, die sich mit der Pandemie-Situation erklären ließen.

Die Steigerung bei den eingegangenen Anrufen liegt den Angaben zufolge bei fünf Prozent, bei den tatsächlich geführten Beratungsgesprächen am Telefon sogar bei rund zehn Prozent. Weitaus höher sei die Zunahme bei den Mailkontakten mit rund 28 Prozent. Spitzenreiter sei das Chat-Angebot, das eine Steigerung von mehr als 70 Prozent erfuhr.

Mit mehr als 7.500 geschulten Ehrenamtlichen in 104 Städten oder Regionen ist die Telefonseelsorge deutschlandweit tätig. Als eine der ersten Suizidpräventionseinrichtungen wurde sie 1956 in der alten Bundesrepublik gegründet. Um möglichst vielen Menschen den Zugang zu ermöglichen, stehen die Mitarbeitenden rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr zur Verfügung. Träger der Telefonseelsorge sind die beiden christlichen Kirchen in Deutschland.



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