Thüringen setzt bei Corona-Impfung von Jugendlichen auf Aufklärung

Erfurt (epd). Thüringen setzt bei der Impfung von Jugendlichen gegen das Corona-Virus auf Aufklärung. 

Es gehe darum, den 12- bis 17-Jährigen und ihren Eltern bei der Entscheidungsfindung über die Notwendigkeit einer Impfung zu helfen, erklärten Sozialministerin Heike Werner und Bildungsminister Helmut Holter (beide Linke) am Dienstag in Erfurt. Sie stellten einen speziell für die Altersgruppe erstellten Informations-Flyer vor, der in Zusammenarbeit mit der Universität Erfurt entstand.

Nach Werners Angaben sind inzwischen 8,8 Prozent der etwa 105.000 Jugendlichen der Altersgruppe geimpft. Bei der Verbesserung der Quote setze sie auf niedrigschwellige Angebote wie etwa Familien-Impftage, die im Freistaat bereits zweimal stattgefunden hätten. Dabei seien insgesamt 20.000 Termine wahrgenommen worden.

Holter rief dazu auf, die jungen Leute ernst zu nehmen. Er habe den Eindruck, dass mehr über sie als mit ihnen geredet werde, erklärte der Linke-Politiker. Er sprach sich gegen Impfungen in den Schulen aus. Vielmehr setze er nach den Erfahrungen eines Pilotprojektes mit einem Meininger Gymnasium auf den Einsatz mobiler Impfteams der Kassenärztlichen Vereinigung (KVT) in schulnahen Einrichtungen.

Beide Minister unterstrichen, dass es in Thüringen keine Sanktionen gegen Menschen geben soll, die Ihren Impftermin ungenutzt verstreichen ließen. Vielmehr arbeite die Landesregierung mit der KVT an einem neuen Internetportal „Impfrettung“, mit dessen Hilfe für überschüssige Dosen innerhalb kürzester Zeit Impfinteressierte gefunden werden können.



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