Thüringen will Corona-Regeln bis Ende August verlängern

Erfurt (epd). Die geltenden Beschränkungen während der Corona-Pandemie sollen in Thüringen bis zum Ende der Sommerferien am 30. August verlängert werden.

Abstandsgebot sowie eine Maskenpflicht in Geschäften und in öffentlichen Verkehrsmitteln blieben damit erhalten, kündigte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) im Gespräch mit der "Thüringer Allgemeinen" (Donnerstag) an. Die aktuelle Corona-Verordnung des Landes läuft am 15. Juli aus.

Ramelow hatte Ende Mai für eine nationale Kontroverse gesorgt, als er ein Ende des Kontaktverbots, der Maskenpflicht und der Abstandsregelungen in Aussicht stellte. Vor allem im südlichen Nachbar-Bundesland Bayern stieß er mit seinem Vorstoß auf zum Teil harsche Kritik. Rot-Rot-Grün schaffte das Kontaktverbot schließlich nicht ab, stufte es aber zur Empfehlung herunter.

Der Ministerpräsident wollte im Gespräch mit der Zeitung weitere Lockerungen nicht ausschließen. "Falls die Situation im Land ruhig bleibt, werden wir dann Ende August in den Regelbetrieb an den Schulen übergehen und synchron dazu die allgemeinen Einschränkungen weiter lockern", sagte er. Gleichzeitig warnte er vor Leichtsinn. "Die zweite Welle ist kein Angstszenario, sie ist bereits Realität, zum Beispiel in den USA", sagte er. Bis ein Impfstoff gefunden sei, dauere die Pandemie an.

Ramelow wandte sich gegen eine Impfpflicht. "Es wird sich ja um einen Impfstoff handeln, der in kürzester Zeit entwickelt wurde", sagte der Linken-Politiker der Zeitung. Er könne daher nicht gegen den Willen von Menschen verabreicht werden, blickte der Ministerpräsident voraus. In dieser Frage sei er "sehr entschieden".



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