Thüringen will trotz hoher Inzidenz an Lockerungen festhalten | Sachsen-Anhalt: Flächendeckende Schnelltests geplant

Erfurt (epd). Ungeachtet des bundesweit höchsten Corona-Inzidenzwertes von 134,8 will Thüringen an den von den Ministerpräsidenten der Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verabredeten Lockerungen ab der kommenden Woche festhalten.

Bei der Festlegung von Einschränkungen sollen ab April zudem weitere Parameter wie der Impfstand in der Bevölkerung oder die Verfügbarkeit von Intensivbetten und Beatmungsgeräten herangezogen werden, sagte der Chef der Staatskanzlei, Benjamin-Immanuel Hoff (Linke) am Dienstag in Erfurt. Zudem wolle das Land seine Testkapazitäten drastisch ausbauen.

Dabei setze man neben Testzentren in den Städten auch auf die in der Fläche vorhandene Infrastruktur von Krankenhäusern, Hausarztpraxen oder Apotheken. Neben der bereits zugesagten Unterstützung durch das Deutsche Rote Kreuz (DRK) prüfe das Innenministerium auch die Einbeziehung der Freiwilligen Feuerwehren, sagte Hoff.

Der Linken-Politiker appellierte an die Hersteller der Corona-Tests, bei der Preisgestaltung auf Profite zu verzichten. Anders sei die Finanzierung der angestrebten kostenlosen Testung jedes Einwohners einmal pro Woche durch die öffentliche Hand nicht zu finanzieren. Zugleich müsse das "große Ärgernis" versprochener aber nicht gelieferter Impfdosen beendet werden.

Das Land hoffe, ab April mit der flächendeckenden Impfung durch die Hausärzte beginnen zu können. Nach einigen Startschwierigkeiten zählt Thüringen laut Hoff bei der erreichten relativen Immunisierung der Bevölkerung - Stand Erstimpfungen am 9. März 144.782 beziehungsweise 6,8 Prozent - bundesweit zu den Spitzenreitern.

Sachsen-Anhalt: Flächendeckende Schnelltests bis 22. März

Magdeburg (epd). Sachsen-Anhalts Bürgerinnen und Bürger sollen sich spätestens ab dem 22. März landesweit einmal pro Woche einem kostenlosen Corona-Schnelltest unterziehen können. In einigen Kommunen stünden bereits Testzentren bereit, sagte Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in Magdeburg. Zudem hätten im vierten Quartal 2020 bereits 1.260 Haus- und Zahnarztpraxen Corona-Tests durchgeführt, die auch weiter bereit seien zu helfen.

Da jedoch auch das nicht reiche, sollte laut Grimm-Benne am Dienstag oder am Mittwoch mit dem Landesapothekerverband vereinbart werden, dass auch die mehr als 600 Apotheken in Sachsen-Anhalt Schnelltests anbieten können. Die Kosten trägt jeweils rückwirkend zum 8. März der Bund.

Hintergrund des Zeitplans sei, dass ab dem 22. März bei stabilen Infektionszahlen weitere Öffnungen etwa in Kultur und Außengastronomie geplant seien, erklärte Grimm-Benne. Um dann auch wirklich ins Konzert oder Restaurant gehen zu können, werde häufig ein tagesaktuelles, negatives Schnelltest-Ergebnis notwendig sein. Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) betonte, weitere Öffnungen seien nur denkbar, wenn es ein Sicherheitsnetz aus Testmöglichkeiten gebe.

Von den Schnelltests klar zu unterscheiden sind laut Grimm-Benne Selbsttests für den Hausgebrauch, wie sie seit dieser Woche auch in Discountern oder Drogerien angeboten werden. Diesen fehle die offizielle Bestätigung durch geschultes Personal. Sie könnten aber etwa dazu dienen, sich vor Verwandtschaftsbesuchen oder Treffen mit Freunden abzusichern, erklärte die Ministerin.



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