Thüringen zieht Winterferien vor und will Schulen ab Februar öffnen | Sachsen will Winterferien verkürzen

Erfurt (epd). Thüringen will ab dem 1. Februar zum Präsenzunterricht in den Schulen zurückkehren.

Es sei ein eingeschränkter Regelbetrieb entsprechend der Stufe "gelb" vorgesehen, kündigte Bildungsminister Helmut Holter (Linke) am Mittwoch in Erfurt an. Das gelte auch für die Kindergärten. Details würden zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben, fügte er hinzu.

Das aktuelle häusliche Lernen soll laut Holter bis zum 22. Januar fortgesetzt werden. In der letzten Woche des Monats würden dann die ursprünglich für Februar geplanten Winterferien vorgezogen. So könnten eine Woche Präsenzunterricht gewonnen und gleichzeitig im Januar die Familien vom häuslichen Lernen entlastet werden, begründete der Minister die Entscheidung. Er appellierte an die Arbeitgeber, bei Urlaubs- und Dienstplänen flexibel zu sein und in den kommenden Wochen besondere Rücksicht auf Familien mit Kindern zu nehmen.

Das individuelle Verhalten der Menschen entscheide darüber, ob der verschärfte Lockdown auch den notwendigen Erfolg habe. Diesen Erfolg sei die Gesellschaft nicht nur den überlasteten Krankenhäusern, sondern auch den Schülerinnen und Schülern, den Kindergartenkindern sowie dem Personal in den Einrichtungen schuldig. "Kinder und Familien, Bildung und Betreuung leiden stark unter dem Lockdown", räumte Holter ein.

Ziel sei es, erneut eine Erstattungsmöglichkeit für die Hort- und Kindergartengebühren zu schaffen. Sie soll den von Schul- und Kindergartenschließungen betroffenen Eltern ohne Zugang zur Notbetreuung eingeräumt werden. Die Voraussetzungen dafür würden mit dem Landtag erarbeitet.

Sachsen will Winterferien verkürzen und vorverlegen

Dresden (epd). Sachsen will die diesjährigen Winterferien von regulär 14 Tagen auf eine Woche verkürzen. Zudem soll der Ferienbeginn auf den 1. Februar vorgezogen werden. Die Winterferien würden entzerrt, damit sieben Wochen am Stück unterrichtet werden könne, sagte Kultusminister Christian Piwarz (CDU) am späten Dienstagabend nach einer Kabinettssitzung in Dresden. Im Ausgleich dazu sollen die Osterferien um vier Tage verlängert werden, und zwar in der Woche vor Karfreitag. Die neuen Regelungen will das Kabinett an diesem Freitag beschließen.

Ein eingeschränkter Schulbetrieb für alle Klassen in Sachsen soll laut Piwarz vom 8. Februar an wieder aufgenommen werden. Allerdings müssten vorher "die Zahlen deutlich runtergehen". Kinder von Familien, die in den ursprünglichen Winterferien zwischen dem 8. und 21. Februar Urlaub gebucht haben, sollen Piwarz zufolge von der Präsenzpflicht freigestellt werden.

Bund und Länder hatten am Dienstag eine Verlängerung des Lockdowns bis zum 31. Januar sowie eine Verschärfung der Kontaktbeschränkungen beschlossen. Treffen eines Hausstandes sollen in dieser Zeit nur noch mit einer weiteren Person erlaubt sein.

Der Bewegungsradius in Hotspot-Gebieten wird laut den Beschlüssen auf 15 Kilometer eingeschränkt. Dies gilt für Regionen, in denen die Zahl der Ansteckungen bei mehr als 200 pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche liegt. Der harte Lockdown gilt bundesweit seit Mitte Dezember. Er umfasst auch die Schließung weiter Teile des Einzelhandels sowie der Gastronomie.



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